Jugendbeirat des Tiroler Monitoringausschusses: Eine Stimme für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen

Am 20. November war der internationale Tag der Kinderrechte - der Tag, an dem 1989 die UN-Kinderrechtskonvention verabschiedet wurde.

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 Sie sichert jedem Kind universelle Rechte unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religion, sozialem Status oder Behinderung zu.

Der Jugendbeirat des Tiroler Monitoringausschusses, der 2019 gegründet wurde, setzt sich für die Anliegen von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen ein.

Bei regelmäßigen Treffen tauschen sich die Mitglieder zu den Themen Ausbildung und Arbeit, Familie, Freundschaft, Liebe und Sexualität sowie Gleichstellung und Barrierefreiheit aus. Darüber hinaus sind VertreterInnen des Jugendbeirats immer wieder bei unterschiedlichen Veranstaltungen zu Gast, um dort die Standpunkte und Forderungen von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen einzubringen.

Zuletzt etwa beim „SDG Dialogforum Österreich“, dem „Zukunftsdialog“ des Österreichischen Rundfunks und dem „Human Rights Space“. „Es ist gut, dass wir bei vielen Veranstaltungen mitmachen. So bewegt sich etwas. Und wir zeigen der Welt, was wir machen und welche Themen uns wichtig sind“, betont der Jugendbeirat.

Armut: Junge Menschen mit Behinderungen finden schwer eine Arbeit

Beim „SDG Dialogforum Österreich“ geht es um die Umsetzung der sogenannten „Sustainable Development Goals“ (SDGs) – den globalen Zielen für eine nachhaltige Entwicklung, die von der Generalversammlung der Vereinten Nationen 2015 verabschiedet wurden.

Für den Jugendbeirat des Tiroler Monitoringausschusses nahmen vier Jugendliche am zweiten, online abgehaltenen Dialogforum Anfang Oktober teil. Sie hatten sich im Vorfeld über die SDGs informiert und speziell das erste Ziel „Keine Armut“ diskutiert.

So betonten die Jugendlichen, wie wichtig hierfür eine Arbeit und eine gute Ausbildung sind. Gerade für Jugendliche mit Behinderungen sei es aber schwer, einen Ausbildungs- oder Praktikumsplatz bzw. eine Arbeit zu finden. Häufig werden junge Menschen mit Behinderungen als arbeitsunfähig erklärt, kritisierten die VertreterInnen des Jugendbeirats.

„Für diesen Fall stehen dann oftmals Werkstätten zur Verfügung, wo wir Jugendliche eine Beschäftigung finden. Mittel- und langfristig muss es aber das Ziel sein, dass Jugendliche mit Behinderungen wieder in das Arbeitsleben integriert werden und damit auch einen richtigen Lohn statt einem Taschengeld erhalten. Nur so können diese Jugendlichen auch finanziell möglichst unabhängig von ihren Eltern werden“, berichten die Tiroler Jugendlichen.

Mitgestalten: Menschen mit Behinderungen vor und hinter die Kamera

Beim „Zukunftsdialog – Next Generation“ des ORF diskutierten Ende Oktober Jugendliche aus ganz Österreich darüber, was sie sich vom Österreichischen Rundfunk wünschen und was sich ihrer Meinung nach ändern muss, damit dieser den Bedürfnissen der „nächsten“ Generation gerecht wird.

Der Jugendbeirat des Tiroler Monitoringausschusses war mit zwei Jugendlichen bei der Veranstaltung in Wien vertreten. So regten die VertreterInnen im Namen des Tiroler Jugendbeirats beim ORF mehr Teilhabe und Repräsentation an: Menschen mit Behinderungen sollen beim Österreichischen Rundfunk aktiv mitgestalten und ihre Perspektiven einbringen; zugleich sollen sie aber auch Teil des Programminhalts sein.

Wenn in Filmen Menschen mit Behinderungen vorkommen, macht es Sinn, dass diese auch von SchauspielerInnen mit Behinderungen verkörpert werden, so die Jugendlichen weiter.

Kinder- und Menschenrechte: interaktiv erfahren

Das Wiener Projekt „Human Rights Space“ versteht sich als Begegnungsort zur Auseinandersetzung mit Kinder- und Menschenrechten. Der Jugendbeirat des Tiroler Monitoringausschusses ist Kooperationspartner des Projekts und nahm mit einer Abordnung aus acht Tiroler Jugendlichen bereits im Frühjahr 2022 an einem Treffen teil, bei dem die Themen Diskriminierung, Gewaltschutz, psychische Gesundheit und Bildung besprochen wurden.

Anfang November 2022 wurde nun der interaktive Ausstellungsraum in der Bildungsdirektion für Wien eröffnet. Er ist in fünf Themenbereiche gegliedert und lädt Schulklassen, Jugendgruppen sowie alle Interessierten dazu ein, auf spielerische Art Kinder- und Menschenrechte zu fühlen, zu erfahren und kennenzulernen.

Insgesamt sind die Stimmen, Zeichnungen und Ideen von mehr als 200 Kindern und Jugendlichen sowie Partnerorganisationen in die Ausstellung eingeflossen. Der „Human Rights Space“ ist barrierefrei zugänglich. „Es freut uns, dass der Raum jetzt fertig ist. Danke, dass wir mitmachen konnten“, sandten die Tiroler Jugendlichen ihre Gratulation zur Eröffnung nach Wien.

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