Kein Freizeitfahrtendienst für behinderte Pensionisten in Wien!

Soziale Integration für drei Viertel der gehbehinderten Wienerinnen und Wiener gefährdet!

Fahrtendienst
BIZEPS

Aus einem Infofolder des Fonds Soziales Wien über den Freizeitfahrtendienst der Stadt Wien für behinderte Menschen, sowie aus zahlreichen verzweifelten, aber auch empörten Anrufen aus dem Kreis unserer 30.000 Mitglieder haben wir davon Kennt­nis erlangt, dass jener Personenkreis, der die Berechtigung zur Benutzung des Wiener Freizeitfahrtendienstes für Behinderte hat, immens eingeschränkt wird auf jene Personen, die, wie bisher, gehbehindert sind UND (neu) eine Leistung nach dem Wiener Behindertengesetz beziehen.

Da damit der Personenkreis jener, die keine derartige Leistung beziehen (z.B. Pensionist/Innen), aus dem anspruchsberechtigten Personenkreis ausgeschlossen wurde, bedeutet dies, dass drei Viertel der gehbehinderten Wienerinnen und Wiener diese für die Mobilität und die Teilnahme am beruflichen, kulturellen und gesellschaftlichen Leben so wichtige Möglichkeit verlieren werden.

„Der Freizeitfahrtendienst der Stadt Wien für Behinderte ist in Zusammenarbeit mit den maßgeblichen Behindertenorganisationen der Stadt Wien eingeführt worden, diese Leistung hat sowohl national, als auch international große Anerkennung hervorgerufen“, bringt Mag. Michael Svoboda, Präsident des KOBV die Notwendigkeit des Freizeitfahrtendienst in Erinnerung.

Der Freizeitfahrtendienst bedeutet für mobilitätsbehinderte Wiene­rinnen und Wiener oft die EINZIGE Chance, am kulturellen und sozialen Leben der Stadt teilzunehmen, Verwandte und Freunde zu treffen, Einkäufe selbständig zu erledigen (Wertschöpfung für Unternehmen !!!) und vom reichhaltigen Veranstaltungsangebot in Wien Gebrauch zu machen.

Der Freizeitfahrtendienst wurde für tausende Wienerinnen und Wiener zur wichtigsten Einrichtung, um aus Isolation und Einsamkeit heraus zu kommen und auch dafür, dass unzählige Betroffene ihr Leben in den eigenen vier Wänden verbringen können und nicht in öffentlichen (teureren) Einrichtungen. Während in jüngster Vergangenheit zahlreiche Kommunen auch im ländlichen Bereich dem Beispiel Wiens durch Einrichtung von Fahrtendiensten folgen, beabsichtigt der Beispielgeber radikale Einschnitte und damit die Rückkehr in die Zeit, in der mobilitätsbehinderte Menschen daheim isoliert und vereinsamt leben mussten.

Es ist für den KOBV unvorstellbar, dass gerade in Zeiten, in denen europaweit der Integration behinderter Menschen in Schule, Beruf UND Gesellschaft großes Augenmerk gewidmet wird, die Stadt Wien durch derartige Sparmaßnahmen das genaue Gegenteil für mobilitätsbehinderte Wienerinnen und Wiener beab­sichtigt.

Der KOBV fordert daher namens der betroffenen Wienerinnen und Wiener, Dr. Michael Häupl als Wiener Bürgermeister auf, dringend zu veranlassen, dass die offenbar vorgesehenen und unseres Erachtens nach unsozialen Einschnitte im Freizeitfahrtendienst für behinderte Menschen umgehend rück­gängig gemacht werden, damit Wien weiterhin eine Stadt bleibt, in der sich auch behinderte Menschen weiterhin wohlfühlen.

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2 Kommentare

  • Ich bin mit 80% schwer psychisch behindert, habe einen Behindertenpass und den Eintrag dort dass mir die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel nicht zuzumuten ist. Ich habe mich Jahte lang vergebens um den Fteizeitfahrtendienst bemüht.
    Lg Oliver Fuchs

  • Für gehörlose gehbehinderte Menschen ist der Freizeitfahrtendienst unverzichtbar!!! Viele können nur so den Pensionistenklub für Gehörlose erreichen um aus der Isolation herauszukommen und gemeinsam in ihrer Sprache der Gebärdensprache sich ungezwungen unterhalten zu können bzw. Informationen zu erhalten oder die Beratungsstelle für Gehrölose aufzusuchen. (z.B.: Heizkostenzuschuß- Hilfestellung beim Ausfüllen. usw.) Der WITAF kann diese Forderung der Erhaltung nur unterstützen!!!