Keine Verbesserung beim Kopfsteinpflaster am Minoritenplatz in Wien

Die Fahrt zum Zugang des U-Bahn Aufzugs Herrengasse am Minoritenplatz bleibt eine Wackelpartie.

Minoritenplatz - Kopfsteinpflaster vor der Verfugung
BIZEPS

Auf Anregung von BIZEPS – Zentrum für Selbstbestimmtes Leben versuchte die Magistratsabteilung 28, mit einem Fahrstreifen das unebene Kopfsteinpflaster für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer am Wiener Minoritenplatz leichter befahrbar zu gestalten. Dieser Versuch ist fehlgeschlagen.

Welche Rollstuhlfahrerin, welcher Rollstuhlfahrer hatte nicht schon einmal Schwierigkeiten mit Kopfsteinpflaster? Es behindert das Vorwärtskommen, der Rollstuhl wackelt unangenehm, bei zu tiefen Rillen zwischen den Steinen ist sogar die Gefahr des Umkippens nicht ganz ausgeschlossen.

Besonders dumm ist es dann, wenn ausgerechnet der einzige Zugang zu einem Aufzug nur über so ein Kopfsteinpflaster erreichbar ist. Das ist der Fall bei der U-Bahnstation Herrengasse, Ausgang Minoritenplatz.

Minoritenplatz - teilweise verfugt
BIZEPS

Maßnahme nicht erfolgreich

BIZEPS hat bei der MA 28 angeregt, den Weg rollstuhltauglicher zu gestalten, infolge dessen wurde Ende 2017 das Kopfsteinpflaster 1,5 Meter breit als „Fahrstreifen“ verfugt. Doch zum gewünschten Erfolg führte die Maßnahme leider nicht, wie ein BIZEPS-Test von Markus Ladstätter beweist.

Markus Ladstätter fuhr, ausgerüstet mit seiner Handykamera, über die entsprechende Strecke. Die Aufnahme zeigt, wie sehr sein Rollstuhl immer noch wackelt. Ein Teil der Fugen ist ausgegossen, der andere Teil bleibt uneben. Das Fazit von Markus Ladstätter:

Als ich beim Aufzug Minoritenplatz an die Oberfläche kam, sah ich trotz des Wissens, dass etwas verändert wurde, nicht, wo da ein rollstuhltauglicherer Weg sein soll. Beim Befahren konnte ich leider nicht einmal den kleinsten Unterschied zwischen neu und alt feststellen. Für mich hat sich dadurch an der Befahrbarkeit des Platzes nichts geändert.

Auch der MA 28 ist bewusst, dass dieser Versuch gescheitert ist. Ein glatter Streifen könnte nur durch Herausschneiden der 7 Zollwürfel geschaffen werden, was aber Auswirkungen auf den gesamten Pflasterverbund hätte, befürchtet die MA 28.

Nun soll nochmals zu einem Gespräch geladen werden, wurde im Mai 2018 vereinbart. Dabei sollen auch blinde bzw. sehbehinderte Personen einbezogen werden.

Video von der Fahrt von Markus Ladstätter

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5 Kommentare

  • Kann ich nur bestätigen, als (manchmal) einen Rollstuhl-Schiebender…
    Den Planungs-Frauen und -Männern im besten Autofahrer-Alter – und flott zu Fuß unterwegs- sollten die Blinden-Organisationen Test-Schiebefahrten anbieten!
    Vielleicht würde sie dann das Problem besser speichern – und bei Planungen drüber nachdenken, bzw. Konsequenzen ziehen!
    Ein weiteres Problem mit der MA 28: Obwohl in den RVS Innerortsstraßen drinnen steht, dass in Begegnungszonen auf die Bedürfnisse der Behinderten acht gegeben werden sollte, hat man in der neuen Bezo in 8., Lange Gasse nicht im entferntesten daran gedacht…

  • Es ist nicht nur für Rollstuhlfahrer schwer sondern auch für Frauen mit hohen Stöckelschuhen, Wien Touristen mit Koffern die hinten nachgezogen werden und Lieferanten die mit einem Wagerl Waren zu den Geschäften bringen.

  • Wahnsinn, da kann man nur den Kopf schütteln!

  • österreich: denkmalschutz kommt vor menschenschutz

    • Ich bin ja auch für Denkmalschutz, in Österreich wird hier aber etwas falsch verstanden.