Menschenklone

Ein US-Magazin feierte den ersten gelungenen Klonversuch als Wissenschafts-Highlight 1997. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis man Menschenklonversuche plant. Geht es nach Wissenschaftler Dr. Seed aus den USA, könnte es bald dazu kommen.

Forscherin
BilderBox.com

Zeitungen schrieben über das Vorhaben: „Die Deutschen wollen es genau wissen: 97 Prozent, so eine Umfrage, sind generell dagegen. Und wenn schon klonen, dann nur Albert Einstein oder Stephan Hawking“.

Hier wurde ich stutzig. Daß „Einstein“ genannt wurde, ist naheliegend. Doch „Hawking“ verwunderte mich sehr. Zwar ist er ein brillanter Wissenschaftler, aber auch ein sehr schwerbehinderter Mensch, der einen Elektrorollstuhl benützt, rund um die Uhr Assistenz benötigt und mit technischer Unterstützung spricht. Daß die Wahl trotzdem auf Hawking fiel, überrascht.

Nur, wäre Hawking das, was er ist, auch als Deutscher (oder Österreicher) geworden? Laut einem deutschen Urteil wird Behinderung mit Schaden gleichgesetzt und auf Integration besteht kein Rechtsanspruch. Vielleicht wäre er aber gar nicht geboren worden (pränatale Diagnostik) oder würde jetzt in einem Heim leben – wer weiß.

Möglicherweise wußten die Befragten aber nicht, daß er behindert ist und haben nur von seinen überragenden Leistungen gehört. Viele würden ihre Antwort – angesichts der Behinderung – evtl. wieder ändern.

Wenn ich bedenke, wie die Gesellschaft mit behinderten Menschen umgeht, verstehe ich das Ergebnis nicht. Darüber muß ich noch nachdenken – jedenfalls ist es verwirrend.

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