München ist eine Reise wert

Mehrfach haben wir über die fahrzeuggebundenen Einstiegshilfen (Hublifte) in München berichtet.

Doch in München wurden in den letzten Jahren noch weitere wichtige Verbesserungen durchgeführt. Bei unserer letzten München-Reise (Ende Mai 1997) entdecken wir außer behindertengerechten Verkehrsmitteln auch andere interessante Dinge.

Um öffentliche Verkehrsmittel verwenden zu können, benötigt man mehr als Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten.

Bedienungselemente der Aufzüge

Ein großer Anteil der Bevölkerung braucht häufig oder dauernd Aufzüge (Mütter mit Kinderwägen, Personen mit Gipsbein, alte oder gehbehinderte Menschen und RollstuhlfahrerInnen). Auch in München hat noch nicht jede U-Bahnstation einen Aufzug.

Doch eines fällt auf: Es wurde versucht vorhandene Aufzüge nachträglich rollstuhlgerecht auszustatten. Viele sind mit einem eigenen – nach unten versetzten – zusätzlichen Bedienungselement für RollstuhlfahrerInnen ausgestattet. Somit ist es möglich, daß auch RollstuhlfahrerInnen alle Knöpfe erreichen.

Auch die Rufknöpfe zum Holen der Aufzüge wurden tiefergesetzt. Häufig wurde einfach ein zweiter Rufknopf – in einer für RollstuhlfahrerInnen leicht erreichbaren Höhe – montiert. Neu errichtete Lifte wurden selbstverständlich rollstuhlgerecht gebaut.

In Wien werden weder die alten Lifte, noch neue Lifte rollstuhlgerecht ausgestattet. Es besteht seitens der Stadträtin Ederer (SPÖ) kein Verständnis für diese Forderung.

Fahrscheinautomaten

In der Regel gibt es kaum Fahrscheinautomaten, die man als RollstuhlfahrerIn bequem bedienen kann. Doch in München wurde versucht, die Automaten etwas erreichbarer zu montieren. Noch bessere Automaten haben wir in Washington gesehen.

Die zuletzt in Wien montierten neuen Fahrscheinautomaten sind wieder unbenützbar. Doch nun besteht eine Möglichkeit, diesen Fehler teilweise zu korrigieren:

Da mit ziemlicher Sicherheit der EURO den Schilling ablöst, müssen auch in Wien die Fahrscheinautomaten umgestellt werden. Laut Kurier vom 6. Dezember 1997 werden die Wiener Linien in den nächsten vier Jahren 100 Millionen Schilling investieren, um die 282 aufgestellten Fahrscheinautomaten eurotauglich zu machen. Bei dieser Gelegenheit müssen die Fahrscheinautomaten erreichbar gemacht werden.

Telefon

Überrascht hat uns die deutsche Post – positiv überrascht. Wir entdeckten einen sehr tief montierten Telefonapparat.

Zuerst dachten wir, daß dies ein besonderer – weil behindertengerechter – Telefonapparat sei. Zu unserer Verwunderung fehlte ein „Behindertenpickerl“.

Wir entdecken noch weitere dieser Geräte, und uns wurde klar, daß hier anscheinend damit begonnen wurde, nicht „ausnahmsweise“ sondern „normalerweise“ passende Telefonapparate zu montieren.

Der nächste Bus kommt!

Ein oft unterschätztes Problem ist die Kennzeichnung von behindertengerechten Angeboten.

Was hat man von einem Angebot, das man nicht kennt? Die Münchner Verkehrsbetriebe haben daher versucht, Haltestellen deutlich zu kennzeichnen.

Wenn auch in München einige Maßnahmen für behindertengerechte Verkehrsmittel fehlen, sieht man doch deutlich das Bemühen, auch für behinderte Menschen ein flächendeckendes Netz aufzubauen.

München ist eine Reise wert!

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