Muslimin gewinnt Verfahren gegen Abercrombie & Fitch

Die Kopftuchträgerin fühlte sich diskriminiert, weil sie bei der Bewerbung als Verkäuferin nicht berücksichtigt wurde.

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Abercrombie & Fitch

In den USA hat das oberste Gericht für eine junge Frau entschieden, die 2008 von der Modekette Abercrombie & Fitch als Verkäuferin abgelehnt wurde. Die Muslimin, die aus religiösen Gründen ein Kopftuch trägt, vermutete in der Ablehnung eine Diskriminierung aufgrund ihrer Religion und hat das Unternehmen daraufhin geklagt.

20.000 Dollar Schadenersatz

Das Gericht hat der jungen Frau 20.000 US-Dollar zugesprochen. „In Österreich ist der Schadenersatz in ähnlichen Fällen wesentlich niedriger“, beurteilt Andrea Ludwig, die Leiterin der Rechtsdurchsetzung beim Klagsverband die Summe. Die EU-Richtlinie verlange zwar, dass der Schadenersatz bei Diskriminierung abschreckend sein müsse, davon sei man hierzulande aber weit entfernt, so die Juristin.

Schwierige Beweislage

Für Ludwig steht bei diesem Urteil die schwierige Beweislage im Vordergrund. „Eine Diskriminierung im Bewerbungsgespräch zu beweisen, ist meistens sehr schwierig, weil es selten Zeuginnen oder Zeugen gibt“, erläutert sie. Umso bemerkenswerter sei es, dass die Richterin in den USA der Klägerin geglaubt hat. Die Begründung des Unternehmens war für die Richterin hingegen nicht glaubhaft. Die Modekette Abercrombie & Fitch, die mit ihrer Marke Hollister auch eigene Shops in Österreich führt, hatte argumentiert, die Ablehnung habe nichts mit dem Kopftuch zu tun.

Kleiderordnung

Kleiderordungen seien in vielen Branchen üblich und auch rechtlich nicht verboten, erklärt Ludwig. Auch ein allgemeines Verbot von Kopfbedeckungen sei durchaus vorstellbar. Allerdings wäre es auch dann noch eine mittelbare Diskriminierung aufgrund der Religion und/oder des Geschlechts, wenn in einem vergleichbaren Fall eine Muslimin wegen des Kopftuchs abgelehnt wird.

Aktuelles Urteil aus Österreich

Der Klagsverband hat erst vor wenigen Monaten ein Verfahren für eine österreichische Muslim gewonnen, die ebenfalls wegen ihres Kopftuchs bei der Bewerbung nicht berücksichtigt wurde. (Folgen Sie dem Link, um mehr über das Verfahren in Österreich zu lesen.)

Anmerkung der Redaktion: Dieses Unternehmen ist schon häufig in der Vergangenheit wegen wiederholter Diskriminierung – und auch wiederholter Verurteilungaufgefallen.

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6 Kommentare

  • Alle Moslems, die ich kenne, begegnen Leuten aus anderen Religionen und Kulturkreisen mit Respekt und Wertschätzung. Die wenigsten Musliminen sehen Andersgläubige abschätzig an und die wenigsten sehen Andersgläubige als ungläubige Menschen. Schwarze Schafe gibt es überall – egal, ob Moslem oder Christ.

  • Zum Thema Feigheit: Setzen Sie sich bitte erst mal mit den Dingen auseinander, bevor Sie darüber reden. Stichwort Netzkultur.

    Für Ironie fehlt Ihnen der Grips, wie?
    Das „Ich halte sie nicht für blöd, aber …“ war eine Analogie zu „Ich bin kein Rassist, aber …“..
    Und nein, sie könnten zu Ihrer Dämlichkeit nicht stehen, denn wenn Sie wüssten, dass Sie dämlich sind, wären Sie schon wieder intelligent.

    Eine streng Gläubige mit den von Ihnen unterstellten Eigenschaften dürfte sich aus religiösen Gründen erst gar nicht in so einem Sündenladen bewerben.
    Davon abgesehen werden Sie bei diesem Unternehmer als Mensch mit Behinderung ohnehin nicht gern gesehen sein. Wenn Sie nicht leibesgefüllt sind, werden Sie vielleicht geduldet.
    Die Annahme dürfte bei diesem Diskriminierungsbaron leicht nachvollziehbar sein – auch für Sie.

  • Muss schon sagen das A. recht hat. Die Frauen sehen dich abschätzig an und das stört mich

  • Lieber anonym, Wenn mir die Welt zu kompliziert ist, dann würde ich dazu stehen. Ist sie aber nicht. Genauso wie ich dazu stehe gläubige Muslime, aus angeführten Gründen, nicht zu mögen.
    Was mir noch auffällt ist das Sie Angst haben Ihre Meinung persönlich zu vertreten. Anonym ist ein Zeichen von Feigheit.

  • @ A.: Ich lese, wenn ein Satz mit aber weitergeht, nur den Teil nach dem Aber. Bei Ihnen bin ich auch ganz gut damit gefahren.
    Ich halte Sie nicht für blöd, aber ich habe den Verdacht, dass Ihnen die Welt zu kompliziert ist.

  • Nicht böse sein Bitte aber mir ist es lieber von so religiösen Frauen nicht bedient zu werden. Ich kann das auch begründen. Nicht das ich rassistisch bin, aber für solche Frauen sind wir ungläubige und daher schlecht. Darum fühle ich mich in der Umgebung von gläubigen Muslime unwohl.