„Normal“

Kommentar im Volksbaltt von Christian Buchar

Themen-Jahre erleiden oft ein eigenwilliges Schicksal: Eben noch wurde um einen bestimmten Bereich ein Jahr lang großes Tam-Tam gemacht, einen Tag danach ist es vorbei. Auch das derzeit laufende europäische Jahr der Behinderten ist vor dieser Gefahr nicht gefeit.

Dass dem diesmal in Österreich nicht so ist, wird nicht allein an der Politik liegen. Tatsächlich wurden im Parlament mit dem Berufsausbildungsgesetz heuer schon wesentliche Weichen gestellt, denen im parteiübergreifenden Konsens noch ein Bundesbehindertengleichstellungs-Gesetz folgen soll.

Legistische Maßnahmen sind aber nicht genug. Der große Schlüssel zur breiten Integration behinderter Menschen liegt zum einen in der Wirtschaft, die sich verstärkt gegenüber Gehandicapten öffnen muss.

Zum zweiten liegt er in den Köpfen der Menschen. Mitleidige Duldung ist out, gleichberechtigte Akzeptanz ist in. Das kann nicht von heute auf morgen gehen. Wesentlich ist, dass im Prozess nicht nachgelassen wird. Was die Politik dazu leisten kann: Durch stetes Tropfen dafür zu sorgen, dass Behinderte von den Nicht-Gehandicapten sukzessive völlig normal gesehen werden.

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  • Zur Erinnerung: Die Zeitschrift BEHINDERTE hat einen von der Bunten Rampe erstellten Ratgeber „Sprechen und Schreiben über Behinderung“ veröffentlicht und bizeps darüber berichtet.
    Handicap: Englische Fachausdrücke sind beliebt. Allerdings wird der Ausdruck „handicap” in England als beleidigend erlebt. Er erinnert an „cap in the hand”, also an Betteln und wurde auch ausschließlich von den Charityorganisationen verwendet und nicht von Organisationen, die ein gleichberechtigtes Bild behinderter Menschen vermitteln wollen. Der Ausdruck wurde inzwischen auch von der WHO aus ihrer Definition von Behinderung entfernt. Deutsche Ableitungen wie „gehandicapt” sind überdies sprachlich nicht schön!