„ORF Online-TV“ soll 64 Sendungen bieten

Bald wird es soweit sein: In den nächsten Tagen wird der Start der Multimedia Plattform "ORF Online-TV" erwartet. Noch unklar ist, ob der ORF auch die Barrierefreiheit berücksichtigt hat.

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Rückblick: Im September 2006 erläuterte Thomas Prantner, Online-Direktor des ORF, in einem oe24-Interview seine Pläne zu einer Multimediaplattform: „Der Erfolgsweg von ORF.at als der große News-Channel Österreichs wird mit Sicherheit fortgesetzt, genauso sicher wird eine verstärkte und umfassende Integration von TV- und Radio-Inhalten in ORF.at stattfinden.“

So richtig vom Fleck kam dieses Projekt bisher nicht. Das Video on demand-Angebot des ORF beschränkte sich auf einige wenige Nachrichtensendungen und ist derzeit unter ondemand.orf.at abrufbar.

Der ORF geriet im internationalen Vergleich ins Hintertreffen. Andere öffentlich-rechtliche TV-Anstalten – wie ARD, ZDF oder BBC – betreiben schon länger umfangreiche TV-Angebote im Internet.

64 TV-Sendungen aus dem gesamten ORF-Spektrum

Doch nun steht der ORF vor einem wesentlichen Schritt. In einem Kurier-Interview vom 2. März 2009 gibt Prantner bekannt, dass „in zwei bis vier Wochen“ eine erhebliche Ausweitung des Video on demand-Angebots sowie von Live-Streams geplant ist.

„Aktuell liegt der ORF deutlich hinter anderen Fernsehanstalten“, hält der Bericht fest und ergänzt: „Zum Start werde das Angebot 64 TV-Sendungen aus dem gesamten ORF-Spektrum von den News über die Magazine, Kultur, Religion, Society, Bundesländer und Sport umfassen, kündigt Prantner an. Wobei die Sendungen, wie international üblich, sieben Tage kostenlos abrufbar bleiben.“

Wichtig ist Prantner auch die Feststellung: „Wir bewegen uns aber im engen öffentlich-rechtlichen Kernbereich.“

Wie sieht es mit der Barrierefreiheit aus?

Der ORF wurde in letzter Zeit mehrfach mit Schlichtungen wegen Behindertendiskriminierung durch sein mangelhaftes und nicht barrierefreies Online-Angebot konfrontiert.

In einem Schlichtungsverfahren versprach er Besserung im Bereich Videos on demand. Eine diesbezüglich abgeschlossene Vereinbarung über die Bereitstellung von Transkripten wurde aber vom ORF nicht eingehalten und die vereinbarte Umsetzungsfrist (Mitte 2008) verstrich ergebnislos.

Inwieweit nun die Multimedia Plattform „ORF Online-TV“ unter der Adresse onlinetv.orf.at barrierefrei sein wird, bleibt abzuwarten. (Derzeit verweist die Adresse noch auf das alte on demand-Angebot des ORF.)

Die letzten zwei Projekte des ORF – nämlich der Relaunch von futurezone.orf.at bzw. FM4 – haben deutlich das Bemühen aufgezeigt, barrierefreie Angebote zu betreiben.

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0 Kommentare

  • du hast recht, mich wunderts echt, dass beamten uns deafies nicht verklagen wegen hetze

  • Laßt doch endlich die armen ORF-Beamten in Ruhe! Es ist doch zu bewundern, daß die überhaupt irgendwas schaffen!

  • Wo soll der ORF nicht Schlußlicht sein? Ich ziehe seriösen Journalismus und gute Programme vor! Ach ja, beim Mut ist der ORF vorne. Die trauen sich, für ihre „Leistungen“ Geld zu verlangen!

  • onlinetv … ist nicht alles online, im Internet? Was versteht der ORF hier nicht?

  • Versuchen wir es positiv zu sehen: Blinde die sich für Fernsehsendungen interessieren profitieren zumindest mal im Ton. (Mir haben meine Lautsprecher bei den olympischen Spielen im Livestream einen Ton geliefert, für den ich mir sonst einen sündhaft teuren Fernseher hätte leisten müssen). Bei der Barrierefreiheit zählt wohl das Motto: Wir sind bereit, wenn es wenig Arbeit ist und kein Startkapital erfordert.
    Anmerkung: Ich verstehe immer wieder nicht ganz, warum die Möglichkeit des Schlichtungsverfahrens immer als großer Erfolg verkauft wird. Wie man am Beispiel ORF erkennen kann geht man als Betroffener flöten, wenn im jeweiligen Unternehmen kein good-will vorhanden ist.

  • Da bin ich ja mal gespannt. Wenn man gut österreichisch das schlimmste erwartet, hat man vermutlich eine realistische Erwartung. Ich hoffe auf den Club 2 und das Weltjournal. Aber was Barrierefreiheit angeht, fürchte ich das Schlimmste.