Rollstuhlfahrer dürfen nur zum Friseur, wenn sie sich umsetzen

Am 28. April 2020 meldete ich mich bei einem Friseursalon in Linz zum Haarschneiden an. Es wurde mir der 7. Mai 2020 zugesagt. Da schien für mich alles zu passen. Ein Kommentar.

Schere zum Haarschneiden
BilderBox.com

Zwei Tage später erhielt ich einen Anruf meiner Friseurfiliale, bei der ich Stammkunde bin, dass sie mich aus gesetzlichen und Hygienegründen nur dann als Kunde nehmen dürfen, wenn ich mich aus dem Elektrorollstuhl auf den Friseurstuhl setzen kann.

Das sei notwendig, da jede Kundin bzw. jeder Kunde vor Ort Haare waschen muss. Mit meinem Rollstuhl ist dies jedoch fast nirgends möglich und umsetzen kann ich mich aufgrund meiner körperlichen Behinderung nicht.

Es wurde um Entschuldigung gebeten und mir eine Handynummer einer mobilen Friseurin mitgeteilt, damit ich mir mit ihr einen Hausbesuch vereinbaren konnte, was ich umgehend machte. Dies zur Sachlage.

Für mich zeigt dieses Beispiel, dass solche Vorschriften und Erlässe ohne Kenntnis der Realitäten von Menschen mit Beeinträchtigungen durch jene Personen erlassen werden, die weitreichende Entscheidungen treffen. Für mich bleibt das ungute Gefühl zurück, wieder einmal aus Gedankenlosigkeit diskriminiert zu werden. Böse Absicht will ich mit diesen Zeilen niemandem unterstellen.

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

14 Kommentare

  • hallo ihr lieben,
    folgendes habe ich zum haareschneiden beim der bayerischen staats-regierung für bayern recherchiert:

    friseure dürfen rollstuhlfahrer ohne haare waschen die haare schneiden.
    auflage örtliches gesundheitsamt : die friseurin sollte während des haare – schneiden einmalhandschuhe tragen, friseur und rollstuhlfahrer schutzmaske, vorher handdesinfektion.

    friseur braucht sich sogar nicht – bei örtl. gesundheitsamt hotline xx – xxxx – rückversichern, da es sich alleine schon aus der logik der corona-vorschriften ergibt.

    gleiche ansicht ist die corona-hotline der bayerischen staatsregierung 089 – 12 22 20, da es bei behinderten mit ausweis bereits die ausnahme gibt, …….. weiterhin sind beide ämter der meinung, dass das haarewaschen dazu dient, die haare von corona-viren zu säubern und dann der friseur die haare ohne handschuhe schneiden kann und darf.
    meine meinung dazu:
    sollte es sich jedoch später herausstellen, dass trotz haarewaschen corona-viren übertragen werden (derzeit noch unwahrscheinlich), dann tun sie sich jetzt keinen gefallen, wenn der friseur keine handschuhe beim schneiden trägt. derzeit ist nach haarewaschen der friseur nicht verpflichtet, schutzhandschuhe zu tragen.
    …………

    lieber herr friseur, meine e-mail ist nicht böse gemeint und ich bleibe nach wie vor ihr kunde,
    liebe grüße
    rainer v. g.
    mit logik und juristischen halbwissen ausgestattet

  • Nach und nach fällt immer mehr Menschen auf, daß es bei der Barrierefreiheit bei Dienstleistern nicht nur darum geht, ob es Stufen am Eingang zum Ladengeschäft gibt. So wie es im Restaurant auch Plätze braucht, an denen man als Rollstuhlfahrer / Rollstuhlfahrerin „einparken“ kann und beim Essen nicht Vorbeigehende geradezu zwangsläufig an den Rollstuhl rempeln, sind es beim Friseur eben auch Waschbecken, die nicht nur für manchen Menschen nutzbar sind.
    Wem es nur um die Extra-Kosten geht: zumindest eine pflegeleichte Frisur kann man auch auf andere Weise als in einem Friseur-Laden hin bekommen.

  • KORREKTUR!!
    mein Friseur hat die Möglichkeit der „neuen“ Preiserhöhung auch gerochen, und setzt sie seit gestern um. Wollte eben gestern zum Haare schneiden anrollen, doch in der Tür stand schon ein Dreieckständer mit dem Hinweis, alle müssen, bevor sie die Haare geschnitten bekommen, HIER die Haare waschen lassen. Auf meine Frage, warum das ab heute gelten soll, wurde mir geantwortet, das Gesetz verlangt es jetzt so. Ich machte sie darauf aufmerksam, das diese Antwort falsch ist und es das Gesetzt nicht verlangt, sagte mir die Angestellte, kann schon sein, doch meine Chefin will das jetzt auch so. Natürlich geht das bei mir auch nicht, weil sie kein mobiles Haarwaschbecken haben und höhenverstellbar sind die fixen auch nicht. So bin ich dann wieder „abgerollt“! Ich habe mir überlegt, ob ich mir doch irgendwie die Haare hätte waschen lassen und dann zumindest eine ordentliche Preisminderung fordern hätte sollen, weil die Friseurin mir ja das ganze Nass samt Shampoo den Rücken hinunter und am Rollstuhlpolster etc. etc. hätte plaziert und das ist ja ein Schaden, der nicht von mir verursacht worden wäre. Ich habe es jedoch lassen, weil ich zeitlich auch begrenzt war, doch ein Versuch wäre es Wert gewesen.

    • Sorry,
      der friseur ist in seiner entscheidung immer FREI !!!, wem er die haare schneidet und unter welchen bedingungen und was es kostet. das gilt natürlich überall in europa.

      dass das NICHT kundenfreundlich, diskriminierend für behinderte, argumentativ schwach und eine preis-unverschämtheit ist, ist uns allen klar!!! !!!

      in meinem falle hat man sich NUR beim friseur auf die Hygiene-vorschriften berufen, wie oben in meinem kommentar dargelegt. ich habe die erfahrung gemacht, mit BEIDEN behörden, wenn man sich ruhig und sachlich mit dem medizinischen fachpersonal dort am telefon unterhält, diese allen logischen argumenten zugänglich sind.

      liebe grüße rainer
      rollstuhlfahrer, kann nicht umsetzen, 100% behindert

  • Also bei meinem Friseur muss ich mich weder umsetzen noch Haare waschen. ich rolle mit frisch gewaschenen Haare an und lasse sie nur schneiden. natürlich wird mir ein Waschen (das ich nicht in Anspruch genommen habe) auch nicht verrechnet. Beim Klipp ist das möglich.

  • Finde ich gut was sie da geschrieben haben.

  • Das Problem mit dem Umsetzen verfolgt mich schon seit Jahren, seitdem diese „blöden‘ Waschstationen von irgendwelchen Designern initiiert wurden.
    Wie wäre es, wenn die Comunity fordern würde, daß jeder Friseur auch zumindest einen mobilen Waschtisch haben muss (vorausgesetzt, er ist auch ohne Stufen erreichbar).

  • Was wäre mit einer Schlichtung, lieber Alfred? Das würde das Thema auch etwas breiter thematisieren.
    Ich hatte gestern keine Probleme bei meinem Frisör. Mund-Nasen-Schutz und Händedesinfektion reichte. Kein erzwungenes Haare waschen dort oder umsetzen auf einen Frisörsessel. Ein bisschen Hirn genügte.

  • Ich habe vollstes Verständnis für den Friseur. Menschen im Rollstuhl haben ebenfalls die Verpflichtung, andere nicht zu gefährden und Rücksicht zu nehmen.

    • Was sind Sie bitte für eine Person?
      Schon was davon gehört, dass es Menschen mit Behinderungen gibt, die sich nicht umsetzen können bzw. die in einem normalen Frisörsessel nicht sitzen können?
      Mund-Nasen-Schutz und Desinfektion muss bitte ausreichen! Niemand will unnötig eine Ausnahme.
      Ich jedenfalls hab gestern anderes in Linz erlebt. Ich hätte mich nicht umsetzen müssen, musste auch nicht vor Ort Haare waschen, was bei meinem Schicki-Micki-Friseur auch nicht gehen würde wegen einer Stufe zum Nassbereich. Auch dort wird das Waschen verrechnet, auch wenn es nicht stattfindet, was ich ebenfalls als ungerecht ansehe. Aber, das ist eine andere Geschichte.

  • Hier gehts um was ganz anderes und nicht um Corona. Es ist die leider immer öfter vorkommende Vorgehensweise, dass Frisörsalons nicht mehr mit beweglichen Waschbecken ausgestattet werden. Ich beobachte das seit über 10 Jahren. In Salzburg habe ich lange gesucht und gehe nun genau aus diesem Grund zu einer Frisörin in einem Seniorinnenwohnhaus.
    Für mich ist das ganz einfach eine Diskriminierung aufgrund fehlender Barrierefreiheit!
    Hygienemaßnahmen halte ich für eine Schutzbehauptung.

    • Bitte nicht verarschen lassen.
      Es gibt leider Gottes Vollidioten, die jedem einreden irgendwas sei Gesetz und nicht einmal das Gesetz nennen können.

      Ich hatte vor Jahren mal einen ganz ähnlichen Vorfall, da wurde mir ebenfalls eingeredet es seien gesetzliche Bestimmungen wegen Hygiene.

      Es geht einigen Frisören schlichtweg darum das Haarewaschen abrechnen zu können.

      Ich bin damals gegangen und bin nie wieder hingegangen, die Geschäftsleitung war unter jeder Kritik.

  • Wäre ein völliger UNsinn, diese Maßnahme!
    Aus der Info-Seite der Wirtschaftskammer für Friseure geht das nicht hervor.
    Handlungsempfehlungen der Bundesinnung der Friseure zum Neustart der Branche
    https://www.wko.at/branchen/gewerbe-handwerk/friseure/handlungsempfehlungen-friseure-neustart.html

    • hallo,
      man sollte lesen können, bevor man so was schreibt. schau mal bei dem pifken von oben nach, der kann wenigstens lesen.

      Arbeit am Kunden unter hygienischen Gesichtspunkten:
      Richtiges Händewaschen vor jedem Kunden
      Vermeidung von Händeschütteln, Umarmungen
      Vermeidung von Gesichtskontakt mit Händen
      Desinfektion von Scheren Schneidewerkzeugen, Klipsen und Kämmen vor jedem Kunden durchführen
      Reinigung von Bürsten und Pinseln mit herkömmlichen Haushaltsreinigern
      Einmalumhänge verwenden bzw. Umhängemäntel, die mindestens mit 60 Grad nach jedem Kunden gewaschen werden
      Verwendung beruflicher Hautmittel und von Schutzhandschuhen beim Waschen und Färben

      Dort steht: „Handschuhe beim Waschen“, dort steht nicht: kein Waschen notwendig.