Selbstbestimmt Leben Österreich fordert Menschen mit Behinderungen im ORF Publikumsbeirat

Die Darstellung von Menschen mit Behinderungen in der Öffentlichkeit und besonders im öffentlich-rechtlichen Rundfunk - ORF, hat einen wesentlichen Einfluss auf die Bewusstseinsbildung in Österreich.

SLIÖ Selbstbestimmt Leben Initiative Österreich
SLIÖ

Der Publikumsrat des ORF wird neu bestellt. Eine wichtige Rolle kommt in diesem Zusammenhang dem Bundeskanzler zu, weil im § 28 Abs 4 ORF-Gesetz steht:

Der Bundeskanzler hat für die weiteren Mitglieder Vorschläge von Einrichtungen bzw. Organisationen, die für die nachstehenden Bereiche bzw. Gruppen repräsentativ sind, einzuholen: die Hochschulen, die Bildung, die Kunst, der Sport, die Jugend, die Schüler, die älteren Menschen, die behinderten Menschen, die Eltern bzw. Familien, die Volksgruppen, die Touristik, die Kraftfahrer, die Konsumenten und der Umweltschutz.

SLIÖ fordert Partizipation ein

Entsprechend der UN-Konvention über die Rechte der Menschen mit Behinderungen sind selbst betroffene, behinderte Menschen in allen Bereichen des Lebens gleichberechtigt miteinzubeziehen, erinnert Selbstbestimmt Leben Österreich in einem Schreiben am 10. Februar 2014 an den Bundeskanzler.

„Selbstbestimmt Leben Österreich-SLIÖ hat unter seinen Mitgliedern fähige JournalistInnen, die besonders den Bereich der Menschen mit Behinderungen beim ORF bestens abdecken könnten“, erläutert Mag. Bernadette Feuerstein (Obfrau von SLIÖ) und gibt auf BIZEPS-INFO Anfrage auch die Namen der von SLIÖ nominierten ExpertInnen für den Bereich Journalismus/Behinderung bekannt: Mag. Manfred Fischer, Jo Spelbrink und Katharina Zabransky

„Menschen mit Behinderungen im ORF Publikumsbeirat würden für unsere Bestrebungen nach einer zeitgemäßen und realistischen Darstellung in den Medien sicherlich nützlicher sein als jeder ‚Licht ins Dunkel’ Mitleidsspot“, zeigt sich Mag. Feuerstein überzeugt und erinnert kritisch an die Bestellungen des Publikumsrates.

Hat Bundeskanzler Faymann aus 2010 gelernt?

Seit dem Jahr 2001 wurden gemäß dem damals geänderten ORF-Gesetz BehindertenvertreterInnen von den jeweiligen Bundeskanzlern nominiert. Im Jahr 2010 unterlief erstmals Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) den Sinn des Gesetzes und wählte aus machtpolitischen Überlegungen eine Parteifreundin sowie einen Vertreter einer SPÖ-nahen Dienstleistungsorganisation für den Bereich „Behinderte Menschen“.

Dieser Umstand wurde damals natürlich heftig kritisiert, sowohl von NGOs als auch von der Politik.

„Es kann nicht sein, dass Bundeskanzler Werner Faymann auch dieses Mal wieder nichtbehinderte Personen bestimmt, die angeblich unsere Interessen vertreten“, stellt Feuerstein unmissverständlich klar und hält abschließend fest: „Die SLIÖ erwartet, dass der Publikumsrat behinderte Expertinnen und Experten als Mitglieder haben wird.“

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0 Kommentare

  • Ich würd mich selbst aufstellen: zwei abgeschlossene Universitätsstudien, Laiendarsteller in Kurzfilmen und gut vernetzt im disability rights movement.

  • Ich meine Barrieren jeder Art abzubauen heißt, Menschen mit Behinderung gehören in jeden Bereich. Das wäre für mich Inklusion.

  • In den Publikumsbeirat gehören unbedingt Menschen mit Behinderung hinein. Es gibt viele InteressensvertreterInnen (z.B. BVP) die genügend Courage besitzen diese Menschen zu vertreten.
    Gerhard-Norbert Ludwig, Behindertenvertretung der Bediensteten der Stadt Wien – Hauptgruppe 1











  • Unbedingt gehören dort Menschen mit Behinderung hinein und zwar solche, die kritisch sind und sich etwas zu sagen getrauen!