Seoul: U-Bahn-Blockade für mehr Behindertenrechte

Am 1. August 2022 blockierte eine Interessenvertretung für Menschen mit Behinderungen einen U-Bahnhof in Seoul, um ein Budget für die Durchsetzung der Rechte von Menschen mit Behinderungen zu fordern. Das war nicht das erste Mal.

U-Bahnzug im Sonnenuntergang. Dahinter 2 Hochhäuser. Stromleitungen sind auch zu sehen. Der U-Bahn-Zug fährt leicht erhöht auf einer Böschung.
Bild von 유봉, yubong 정,Jenog auf Pixabay

Die U-Bahnlinie 5 hatte am Morgen des 1. August 2022 fast eine Stunde Verspätung. Der Grund dafür war eine große Protestveranstaltung der Organisation „Solidarity against Disability Discrimination“ (SADD).

Diese kritisiert die Politik von Finanzminister Choo Kyung-ho, der zwar Steuersenkungen für die Reichen in Südkorea beschließt, aber nicht dafür sorgt, dass Menschen mit Behinderungen ein Budget für die Durchsetzung ihrer Rechte bekommen.

Anhaltender Protest  

Das ist nicht das erste Mal, dass in Seoul die Züge stillstehen. Wie „The Korea Harold“ berichtet, fanden bereits letztes Jahr und Anfang dieses Jahres Proteste an U-Bahnstationen für Behindertenrechte statt, bei denen die U-Bahn an mehreren aufeinander folgenden Tagen blockiert wurde.

Der Fernsehsender Arte berichtete über eine Protestaktion, die Anfang dieses Jahres stattfand. Dort schilderte Hyunagsuk Lee, Vorsitzende des Vereins für Selbstbestimmtes Leben in Seoul die Situation von Menschen mit Behinderungen folgendermaßen:

In der Gesellschaft sind Behinderte und Nichtbehinderte vollständig voneinander getrennt. Noch heute leben Hunderttausende von uns völlig isoliert in Spezialeinrichtungen für Menschen mit Behinderungen.

Im Februar dieses Jahres blockierte man die Linie 3. Damals forderte in einer Erklärung die Nationalversammlung auf, einen Gesetzesentwurf zu verabschieden, der u.a. das Recht auf Bildung und Integration in die Gesellschaft einfordert.

Ein Anführer dieser Gruppe wurde verhaftet. Die U-Bahn-Betreiberorganisation klagte auf 20 Millionen Won (ca. 23.000 Euro) Schadensersatz.

Die berechtigten Anliegen der Menschen mit Behinderungen in Seoul bleiben bisher ungehört. In einem Artikel der „KBS World“  ist zu lesen, dass die Protestaktionen fortgeführt werden, sollte man weiterhin keine befriedigende Antwort erhalten.

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Ein Kommentar

  • Das ist die kämpferische Mentalität ALLER(!) behinderten Menschen in Südkorea.

    Da ist Byun Seung-il, der taube Präsident des südkoreanischen Gehörlosenverbandes, aus dem gleichen Holz geschnitzt. ;-)
    Vor einigen Jahren bei einer Demo gegen die Diskriminierung hatten wütende taube und schwerhörige Menschen auf der Strasse sogar einige Autos umgeworfen. Der Präsident hat in der internationalen Gehörlosencommunity Bekanntheit erregt, als man erfuhr dass er ins Gefängnis kam.

    Ausserdem wird nächstes Jahr der Weltkongress in Südkorea stattfinden…