Tun Sie etwas, setzen Sie eine Mütze auf!

Wissen Sie, was Webstandards sind?

Blaue Mütze
Lender, Robert

Nein? Nun, gut Sie müssen es nicht unbedingt wissen, solange sie eingehalten werden. Aber ohne Webstandards wäre die Nutzung des World Wide Web für uns alle mehr als beschwerlich.

Es gibt Webstandards, die beschreiben, wie ein Browser (Internet Explorer, Safari, Firefox, …) eine Website darstellen soll. Gäbe es diese nicht, dann dürften Sie entweder nur den Internet Explorer nutzen oder Sie bräuchten mehrere Browser nebeneinander, da Seite x nur auf dem einen und Seite y auf dem anderen funktioniert.

Ohne Webstandards gäbe es noch viele andere nützliche Dinge im Internet nicht (sagt Ihnen z.B. RSS etwas?). Wenn Sie mehr dazu wissen wollen, dann schauen Sie einfach bei den Webkrauts vorbei.

Aber nicht jede Website hält sich an solche Webstandards. Manche aus Faulheit, manche aus Unwissenheit und die anderen, weil sie gerne ihren eigenen Standard durchsetzen möchten.

Blue Beanie Day

Jeffrey Zeldman hat vor etlichen Jahren ein Buch über Webstandards geschrieben und sich dabei mit einer blauen Mütze für das Cover abbilden lassen. Einige Menschen nahmen diese Idee auf und seit 6 Jahren gibt es den „Blue Beanie Day“ – den „Tag der blauen Haube“.

Menschen, die für Webstandards eintreten, setzen jährlich ein Zeichen und setzen an diesem Tag (den 30. November) eine blaue Mütze auf. Das tun sie aber nicht nur im Büro oder auf der Straße (das würde im Winter wohl nicht sehr auffallen).

Nein, sie lassen sich mit der Mütze fotografieren und tauschen an diesem Tag ihre Profilfotos auf Twitter, auf Facebook, … aus.

Barrierefreies Web

Zumindest im deutschsprachigen Raum wurde das Thema auch mit dem Anliegen eines barrierefreien Web verbunden. Die Themen passen gut zusammen, da die Einhaltung von Webstandards schon einen großen Schritt in Richtung Barrierefreiheit bedeuten kann.

Wenn Sie ein Zeichen für Webstandards und Barrierefreiheit im Web (Web Accessbility) setzen möchten, dann setzen auch Sie eine blaue Mütze auf und verändern Ihr Profilfoto.

Und wozu soll das gut sein. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es zumindest einigen auffällt, dass ich darauf angesprochen werde. Und damit kann ich dann den ersten Schritt zu ein wenig Aufklärung und Information setzen.

Und wenn Ihnen das nach zuviel Aktionismus ohne Inhalt aussieht? Nun gut, dann verbinden Sie es doch mit einem Inhalt Ihrer Wahl.

Ein wichtiges Anliegen wären mir die so genannten Captchas

Captchas? Das sind diese Bilder mit Buchstaben und Zahlen darin, die man abtippen muss, damit man einen Kommentar abschicken, eine Registrierung bestätigen kann und vieles mehr.

Jede und jeder von uns hat sich im Web schon über diese Captchas geärgert, konnte sie kaum lösen, da man diese Zeichen kaum lesen kann. Viele Menschen mit einer Sehbehinderung stehen dann vor einem gar nicht mehr lösbaren Problem. Das hat zur Folge, dass sie ausgesperrt werden. Ausgesperrt von Bestellseiten, ausgesperrt von Facebook (das auch hin und wieder Captchas einsetzt), ausgesperrt aus vielen Diskussionsforen.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Eine Leserin meines Blogs schrieb mir, dass sie auf einer Website das grafische Captcha nicht lösen konnte. Sie wollte dem Website-Betreiber dies mitteilen, fand aber keine E-Mail Adresse sondern nur eine Kommentarformular. Siehe da, dieses ist dann auch durch ein Captcha geschützt. Die Betroffene beschrieb das Gefühl, das einem als blinde Nutzerin überkommt sehr eindeutig: „Da komm ich mir gaaaanz schön verarscht vor!“

Wer mehr dazu wissen will, kann in meinem Blog z.B. „Wenn man sich nicht einmal beschweren kann“ oder „Captcha – Noch ein Versuch“ nachlesen.

Für die einen ein Ärgernis, für die anderen eine unüberwindbare Hürde. Setzen sie doch einfach ein Zeichen. Schreiben Sie an Website-Betreiber, die Captchas verwenden, dass Sie sich eine andere Lösung wünschen. Weisen Sie auf die Probleme hin. Haben Sie ein Blog, dann bloggen Sie darüber.

Wenn Sie twittern, bloggen,… dann verwenden Sie doch bitte den Hashtag #bbd12, damit ich Sie leicht finden kann. Denn ich versuche, alle deutschsprachigen Aktivitäten unter http://roblen.at/bbd12 zu dokumentieren.

Natürlich können Sie mir auch direkt Ihre Beiträge, Anregungen, Ideen oder auch Kritik an blog@robertlender.info mailen.

Ursprung des Blue Beanie Day

Wenn Sie mehr über den Ursprung des Blue Beanie Day (in englischer Sprache) nachlesen wollen, dann finden Sie dies direkt auf der Website von Jeffrey Zeldman.

Und wenn Sie jetzt meinen, dass blaue Hauben nicht die Welt verändern, dann haben Sie wohl recht. Sie aber nicht aufzusetzen und nichts zu tun, wird noch weniger Aufmerksamkeit erzeugen.

Der Blue Beanie Day will nämlich eines erreichen. Aufmerksamkeit. Menschen, die bisher mit diesen Fragen noch nicht konfrontiert waren, sollen auch einmal davon hören oder lesen. Sie sollen die „Chance“ bekommen, einmal darüber nachzudenken.

Eine blaue Mütze kann neue Wege schaffen, ins Gespräch zu kommen.

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