Verein accessible media setzt sich als Ziel für 2009: WCAG 2.0 in Deutsch

Groß war die Freude, als das W3C am 11. Dezember 2008 die neuen Richtlinien für barrierefreie Web-Angebote veröffentlichte. Nun ist der nächste Schritt gefragt.

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Die WCAG 2.0 sind eine „gute Arbeit geworden, die sich sehen lassen kann“, ist sich Shadi Abou-Zahra von der W3C Web Accessibility Initiative (WAI) mit den Expertinnen und Experten im Bereich barrierefreies Web-Angebot einig.

„Ein wichtiger Aspekt der neuen Richtlinien ist, dass besonders auf Testbarkeit Wert gelegt wurde“, verwies Eva Papst vom Verein accessible media auf einen der verbesserten Punkte der neuen Richtlinien.

Damit möglichst viele den Inhalt der neuen Richtlinien verstehen und umsetzen können, bedarf es dringend einer deutschen Übersetzung der WCAG. Erste Gespräche zur Bildung einer Arbeitsgruppe haben schon stattgefunden und bei der Generalversammlung von accessible media am 12. März 2009 wurde festgehalten, dass accessible media dies als eine der vordringlichen Maßnahmen für 2009 sieht und sich zum Ziel gesetzt, an der Erarbeitung einer deutschen Übersetzung der WCAG intensiv mitzuwirken.

„Es liegt auf der Hand“ – so Papst – „da eine übersetzte Richtlinie für viele Verantwortliche eine große Hilfe im Alltag wäre.“

Umstellungsprozess

In Österreich läuft der Umstellungsprozess von WCAG 1.0 auf WCAG 2.0 bei den Ministerien schon und findet auch in geänderten Accessiblity-Statements Niederschlag.

„Mit den – am 11.12.2008 durch World Wide Web Consortium veröffentlichten – Web Content Accessiblity Guidelines 2.0 (WCAG 2.0) ist nun ein flexibler und testbarer, neuer Standard für barrierefreies Webdesign verfügbar. Dieser deckt Zugänglichkeitsanforderungen für alle Arten von Web-Inhalten (Text, Bilder, Audio und Video) sowie Web-Applikationen ab und definiert Technologie-unabhängige Richtlinien und Erfolgskriterien“, ist auf der Initiative „Digitales Österreich“ zu lesen.

Auf der Seite der von „Digitales Österreich“, die vom Bundeskanzleramt betrieben wird, ist weiters zu lesen: „Im Sinne der dynamischen Bezugnahme des § 1 Abs. 3 E-Government Gesetz auf den Stand der Technik erscheint es bedeutsam, die nun als W3C-Standard veröffentlichten WCAG 2.0 in die Überlegungen der Verwaltung betreffend die Gestaltung ihrer Webangebote einzubeziehen.“

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0 Kommentare

  • @Ein netter Mensch: Auf die Frage was accessible media konkret plant. Diesen Prozess mit anderen Organisationen gemeinsam zu durchlaufen: http://www.w3.org/2005/02/TranslationPolicy

  • @Markus Ladstätter: Gut, nehmen wir an es besteht tatsächlich ein Bedarf für eine deutsche Übersetzung. Es wäre in diesem Fall interessant zu wissen, was der Verein „accessible media“ plant: Eine „offizielle“ Übersetzung (eigentlich in der Diktion von W3.org eine „authorisierte Übersetzung“) oder doch nur eine „inoffizielle“ Übersetzung. Hinsichtlich des Übersetzungsverfahrens erlaube ich mir auf http://www.w3.org/Consortium/Translation/ hinzuweisen, wo es eigene Übersetzungsrichtlinien gibt. Allerdings weise ich darauf hin, daß selbst bei einer „authorisierten Übersetzung“, die englische Originalversion allein Gültigkeit hat („In all cases and in case of dispute, the authoritative version remains the English version“, Quelle: http://www.w3.org/2005/02/TranslationPolicy).

    Vielleicht kann man den Artikel mit dieser Information ergänzen. Danke!

  • @Ein netter Mensch: Diesem Trugschluss bin ich bis kurzem auch noch erlegen. Tatsache ist aber leider, dass es genug Menschen gibt, die mit (den Feinheiten) der Englischen Sprache Probleme haben.

    Mittlerweile weiß ich aber auch, dass nicht jeder „Webdesigner“ die Englische Sprache im Blut hat, auch diejenigen nicht, die wichtige Websites umsetzen müssen.

    Weiters bin ich davon überzeugt, dass die WCAG 2.0 nicht nur für die Entwickler, sondern auch für die Auftraggeber von Bedeutung sind, denn durch die einfache Überprüfungsmöglichkeit kann nachvollzogen werden, ob die WCAG 2.0 auch umgesetzt wurden.

  • Auf die Gefahr hin angefeindet zu werden, wage ich zu behaupten, daß eine Übersetzung der Richtlinien (http://www.w3.org/TR/2008/REC-WCAG20-20081211/) nur wenig Sinn hat.
    Ich behaupte – teilweise auch auf Grund persönlicher Erfahrung – daß Webseitenprogrammierer für den normativen Teil der Richtlinien (und nur der ist in der Praxis von Bedeutung) keine Übersetzung brauchen.

    Die Syntax fast jeder Hochsprache ist Englisch (Maschinensprachen werden heute fast nur noch in Sonderfällen verwendet) daher sollte man getrost annehmen können, daß ein Programmierer der sein Handwerk versteht auch mit den englischen Fachausdrücken zu recht kommen wird. Diese Richtlinien sind sind ja für ein Fachpublikum gedacht und nicht für Laien.