Wien im Song Contest Fieber!

Seit 1956 findet der Musikwettbewerb jährlich statt. Doch seit vor einem Jahr Conchita Wurst in Kopenhagen für Österreich gewonnen hat, geht es rund, denn dadurch war klar: 2015 ist Wien Austragungsort des Eurovision Song Contest! Ein Kommentar.

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ORF

Nur mehr wenige Tage und Wien wird dem Eurovision Song Contest Fieber zur Gänze erliegen und eine großartige Veranstaltung eine Woche lang die Stadt Wien beschäftigen. Aber nicht nur die Stadt Wien. Im Jahr 2014 sahen rund 200 Millionen Menschen beim Song Contest zu!

Um viel Geld wurde die Wiener Stadthalle auf den neuesten Stand gebracht, um eine würdige Kulisse für die Großveranstaltungen vom 17. bis 23. Mai 2015 zu bieten.

In den letzten Monaten mobilisierten die Stadt Wien, die stadteigenen Betriebe, wie die Wiener Linien und natürlich die österreichische Rundfunkanstalt ORF, viel Energie, um sich für die weltweit zu sehende Veranstaltung unter dem Motto „Building Bridges“ zu rüsten.

Das Thema Barrierefreiheit wurde schon sehr früh mitgeplant und der ORF will mit „Eurovision Sign“ erstmals ein inklusives Highlight in internationaler Gebärdensprache bieten. Auch sonst – sei es das Pressezentrum, das Catering, der Delegationsbereich, das Volunteer-Center usw. – wurde auf Barrierefreiheit geachtet. Für Wien ist das ansonsten bei weitem noch keine Selbstverständlichkeit.

Alle österreichischen Medien nehmen sich des Song Contests groß an. Für BIZEPS-INFO berichte beispielsweise u.a. Karin Ofenbeck, eine der 800 freiwilligen Helferinnen und Helfern, über Ihre Erlebnisse als Rollstuhlfahrerin beim Eurovision Song Contest. Sie erzählt, wie sie als Volunteer ausgewählt wurde und was sie so bezüglich Barrierefreiheit bisher erlebt hat.

Wie es der Zufall so will

Überhaupt merkt man, dass das Thema „Behinderung“ heuer immer und immer wieder – mal lauter, mal leiser – mitschwingt und beständig da ist.

Auch bei den Delegation ist dies sichtbar. Für Polen singt die Rollstuhlfahrerin Monika Kuszyńska und für Finnland die Punk-Gruppe Pertti Kurikan Nimipäivät, eine Gruppe von Menschen mit Lernschwierigkeiten bzw. Autismus.

Während man der Polin keine Chancen auf einen Spitzenplatz einräumt, sind die Finnen der Hammer! Ein Top-10 Platz ist für die Vollblut Musiker, die auch schon einige internationale Tourneen absolviert haben, greifbar nahe. Manche Buchmacher und Online-Votings trauen ihnen sogar einen Top-5 Platz zu.

Die Finnen, die bringen’s! Ihr nur 85 sekundenlanges Lied „ich muss immer“ begeistert nicht nur mich und auch bei der Vorstellung waren die sehr cool und routiniert. (siehe auch Pressekonferenz der Finnen)

Der Standard hat mich kürzlich zur Veranstaltung interviewt und wir sprachen ausführlich darüber, warum sie heuer anders ist. Auch der ORF stellte die Finnen unter „Wir sind eine ganz gewöhnliche Band“ ziemlich gut vor.

Fieberkurve steigt

In Wien findet gerade ein Feuerwerk an Veranstaltungen (beispielsweise Life Ball oder Regenbogenparade) statt und alle nehmen Bezug auf den Song Contest, der derzeit in der ganzen Stadt präsent ist.

Erst kürzlich wurden in einer großen PR-Aktion Ampel mit Ampelpärchen, darunter homo- und heterosexuelle, installiert. Wieder war die Berichterstattung in den Industriestaaten rund um den Globus sicher.

Aber manche der Aktionen waren auch schon ein wenig daneben – quasi ein Griff ins Klo – wie beispielsweise die „singenden Kanaldeckel“ in der Fußgängerzone.

Vereinzelt gibt es natürlich auch zurecht den Hinweis, dass vieles nur Fassade ist.

Wer gewinnt?

Welches der rund 40 teilnehmenden Länder wird gewinnen? Also eines dürfte sicher sein. Wir scheinen ein guter Gastgeber zu werden und der österreichische Beitrag wird sicherlich keinen der vorderen Plätze verstellen.

Mein Tipp wäre Schweden – aber wir werden sehen. Persönlich werde ich für die coolen Finnen die Daumen halten!

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0 Kommentare

  • Schöner Artikel.

    Bringt Vieles auf den Punkt und ist – wie so oft – in wunderbaren Worten formuliert. (Die singenden Kanaldeckel wollte ich auf meiner FB Seite schon ähnlich kommentieren ;-)).

    Wir dürfen gespannt sein, wie gut die Brücken halten, die im Zuge des Song Contest Fiebers gebaut werden. Die Bemühungen in Richtung Barrierefreiheit und Inklusion sind jedenfalls an allen Ecken spürbar. Vielleicht folgen auf diese Bemühungen auch noch weitere Taten (z.B. Seitens der Stadthalle, die – trotz aller Mühen – noch erheblichen Nachholbedarf in puncto inklusiver Veranstaltungsstätte hat).

    Möge die Song Contest Woche beginnen!

  • Also gibt es doch eine „internationaler Gebärdensprache“. Kenn mich da (noch) nicht so aus (bin Rolli-Fahrer), jedeR hat mir bisher gesagt, dass es nur „nationale“ Gebärdensprachen gibt.

  • Mein Tipp: Slowenien