Wien: Probleme mit der Ausschreibung des Schulfahrtendienstes

Für Fahrten ab September 2012 erfolgte eine "Ausschreibung der Fahrten zur Durchführung des Schulbetriebes für SchülerInnen mit Behinderungen in Wien" - nun gibt es Probleme. Eine Situation die nicht überraschend kommt.

Klaus Widl
Widl Klaus

Die zuständigen Stellen haben die Ausschreibung nach dem Billigstbieterprinzip – und damit zum Nachteil von Schülerinnen und Schülern mit Behinderung und deren Angehörigen ausgeschrieben – hält Klaus Widl (Vorsitzender-Stellvertreter der Interessenvertretung der Menschen mit Behinderungen und jahrelang in diesem Bereich Tätiger) in einem Exklusivinterview auf der Plattform BMIN fest.

Er geht darin ausführlich auf die Ergebnisse der damals stattgefunden Ausschreibung ein und kritisiert, dass die Stadt Wien dem „Billigstangebot der Firma Blaguss“ den Zuschlag erteilt hat. Die Hoffnung, „dass der Vergabekontrollsenat des Landes Wien die Ausschreibung wegen Mängel noch aufheben wird“ erfüllte sich nicht.

Fehlentscheidung des Vergabekontrollsenats?

Ob er glaube, dass der Vergabekontrollsenat des Landes Wien ein Fehlentscheidung getroffen habe, wird er gefragt und beantwortetet dies wie folgt: „Schaut mir ganz danach aus. Hat doch vor kurzem der Verwaltungsgerichtshof die Entscheidung des Wiener Vergabekontrollsenats aufgehoben. Bei Weiterverfolgung dieser Angelegenheit – wieder über den Vergabekontrollsenat Wien und entsprechender Neuerkenntnis aufgrund der Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes – wird es aber in diesem Fall vermutlich nur mehr um Schadenersatzzahlungen an Wiener Fahrtendienstunternehmen gehen. Die eingetretene Verschlechterung für mobilitätsbehinderte Menschen, die auf den Schulfahrtendienst angewiesen sind, würde also bleiben.“

Interessenvertretung warnte

In einem Schreiben vom 7. Dezember 2011 an Bürgermeister Michael Häupl und Bildungssstadtrat Christian Oxonitisch warnte die „Interessenvertretung der Menschen mit Behinderungen“ schon damals vor den anstehenden Problemen – leider erfolglos.

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0 Kommentare

  • Ich denke das es dzt. keine ordentiche Behindertenvertreter mehr. Denn wie koennt Ihr es sonst zulassen,dass sich bei den Fahrern der Div.Firmen uns gegenueber ein Ton und Respektlosigkeit ergeben hat die unakzeptabell ist. Ich fahre seit ueber 10jahren mit dem Fahrtendienst. Aber man nimmt sich immer mehr uns gegenueber raus. Und heute wurde ich von einem Fahrer der Wr.Lokalbahnen derart beleidigt dass es sogsr mir die Red verschlug. Und was passiert trotz beschwerde? Nichts! Und wieso? Weil unsere Lobby’s nicht im Stande sind endlich gemeinsam mit uns auf die Barrikaden steigen und somit zeigen: so kann man es mit Menschen mit Behinderung nicht umgehen!! Leute wehrt Euch endlich!!

  • Ich habe mir nun die ganze Diskussion durchgelesen und möchte ebenfalls gerne dazu STELLUNG nehmen.
    Ich bin seit 18 Jahren Fahrtendienstfahrer und habe auchsehr viel indieser Zeit erlebt,unter anderem das es im Fahrtendienst nicht immer sehr rosig zugeht.Durch den starken Verkehr ist es nicht immer möglich pünktlich von A nach B zu fahren.Aber was Herrn Widl betrifft dazu kann ich nur eines sagen,er soll am wenigsten den Mund aufmachen, de seine Fahrer werden nicht nach der Arbeit gemessen,sondern nach Symphatie!!!! Er hat leider gottes Leute im Büro sitzen,die nach dem Schema vorgehn,Du bist mir unsymphatisch daher muss man wieder gehn. Ich kann das bestätigen,da ich bei diesem gearbeitet habe und solch eine Anwendung durch einen Büroarbeiter seiner Firma am eigenen Leib zu spüren bekam!
    Es ist im Fahrtendienst immer schon so gewesen,dass bei Schülertransporte immer eine Begleitperson mitfahren muss das ist Vorschrift.Der Fahrer muss fahren und sich auf den Verkehr konsentrieren,während die Beifahrerin auf die Schüler zu achten hat. In den Schulferien war es immer so gehandhabt das man die Beifahrerinnen gekündigt hat und im September wieder eingestellt hat. Das ist eigentlich bei jeden Fahrtendienst so die Schüler das ganze Jahr führen. egal ob dieser Fahrtendienst Blaguss, Haller Gschwindl oder Oehtb heisst.Ich seh da kein Problem! Wozu die ganze Aufregung?
    Es gibt auch andere Fahrtendienste die ich jetzt nicht beim Namen nennen will,es sind hauptsächlich kleinere,die wollen am liebsten alle Aufträge haben und machen und wissen aber nicht einmal wie sie diese koordinieren sollen und dann mit den billigsten Variationen daher kommen. Also man sollte die Kirche schön im Dorf lassen und nicht immer alles so ernst nehmen was einem zugespielt bzw. gesagt wird.Ich finde die Firma Blaguss macht Ihre Sache sehr sorgfälltig und gut,sonst währe Sie nicht so gross geworden und nicht weil Sie den billigsten Tarif hat. Der Neid ist manchmal sehr gross!

  • Ich bin froh, dass sich endlich Mal etwas tut, und jemand Klartext spricht!!!! Denn für eine betroffene Mutter scheint es im ach so „sozialen“ Wien kein offenes Ohr zu geben!!

    Mein Sohn besucht die Dr. Albert Lorenz Schule, Kanitzgasse im 23. Bezirk. Sowohl mein Mann als auch ich sind berufstätig, und somit auf den Fahrtendienst angewiesen. Wir waren mit der Leistung der alten Firma (Wiener Lokalbahnen) jahrelang zufrieden. Seit jedoch der Fahrtendienst im September letzten Jahres gewechselt wurde, ist davon keine Rede mehr.

    Also liebe Firma Blaguss (sofern es Euer Posting ist, und ihr ja angeblich nur zufriedene Kunden habt – meine vielen Beschwerden bei Ihnen zählen ja anscheinend nicht.): Wann kann ich mit vernünftigen Schulfahrten für meinen Sohn rechnen?? Es herrscht seit September das pure CHAOS! Jeden Tag kommen andere Fahrer, die Fahrzeiten betragen teilweise 3 Stunden!!!!! (für eine Strecke von 15 Minuten).Mein Sohn muss regelmäßig Medikamente einnehmen und kann nicht stundenlang wie ein Packet durch Wien kutschiert werden!! Ich weiß nicht mehr wie oft ich zu spät in die Arbeit gekommen bin und nun Probleme mit dem Arbeitgeber habe, nur weil einfach kein Bus kam!

    Endlich ist es mir möglich zu verstehen, warum die Bedürfnisse meines Sohnes seit knapp einem Schuljahr jedem völlig egal sind! Schön, dass die Stadt auf Kosten unserer Kinder den Sparstift anwenden konnten – jetzt ist mir klar, warum auch die Magistratsstelle 56 meine Beschwerden abblockte. Andere betroffene Eltern und ich versuchten über die Direktion der Schule und den Elternverein eine Besserung herbeizuführen – alles vergebens.

    Auch die Fahrer meines Sohnes erzählten mir, dass sie ab Sommer arbeitslos sind. Sehr toll!! Heißt das ab September wieder neue Leute, wieder neues Chaos?

    Hat schon mal jemand darüber nachgedacht, dass es hier um die Kleinsten und Wehrlosesten in unserer Gesellschaft geht?!?!???!! Liebe Stadt Wien: BILLIG IST NICHT IMMER GUT – Geiz ist gar nicht geil

  • S.g. Frau/Herr VertreterIn von Blaguss,

    da Ihnen Ihre Mitarbeiter ja so am Herzen liegen, beantworten Sie die einzig relevante Frage: Stimmt es, wie ich von vielen Ihrer Fahrer gehört habe, dass Sie mit 1. Juli arbeitslos gemeldet werden. Falls es zutrifft, was von Ihren Fahrern ja selbst bestätigt wird, wo bitte sehen Sie dann ein verzerrtes Bild??? Das wären dann ja wohl eine enorme Verschlechterung der Qualität, die es nicht einmal zu Zeiten der Fa. Haas gegeben hat!

    Wenn Sie Ihre Mitarbeiter aber so wie alle Fahrtendienstunternehmen das ganze Jahr durchbezahlen, DANN KÖNNEN SIE DAS JA HIER POSITIV POSTEN UND WIR GLAUBEN IHNEN, DASS IHNEN IHRE MITARBEITER AM HERZEN LIEGEN! Jede andere Reaktion wäre unter „Heuchelei“ einzuordnen. Bin daher auf Ihre Antwort schon sehr gespannt!

  • Es es richtig, dass die Fa. Blaguss Schultransporte mit einem „normalen“ Bus durchgeführt hat, und die Anreise zur Schule für manche Schüler bis an die 4 Stunden gedauert hat? Und ist es richtig, dass die Fa. Blaguss zwar neue Busse gekauft hat, die jedoch umgerüstet werden müssen, da sie nicht für Rolli-Nutzer zugänglich sind? Angeblich gab es eine diesbezügliche Schlichtung beim BSA, wo sich die Fa. Blaguss verpflichtet hat, seinen Fuhrpark für Rolli-Nutzer umzurüsten… Würde jemand von der Fa. Blaguss dazu Stellung nehmen?

  • Es ist sehr wohl von Hrn Widl eine Verschlechterung der der Qualität bei der Beförderung von Menschen mit Behinderung gesprochen worden und ich lasse sichlich nicht UNSERE Mitarbeiterinnen in so einem verzerrten Bild stehen. Er kann nur die Mitarbeter gemeint da die Fahrzeutge alle neu sind und wie gesagt, am letzten Stand der Technik.
    lg

  • Zum Posting der Fa. Blaguss (das Posting ist zwar anonym, aber da von UNSERE Mitarbeiter geschrieben wird!):

    Also ich hab das Interview von Hrn. Widl nun 3-mal gelesen. Er bemängelt darin in keinster Weise Ihre Mitarbeiter, im Gegenteil, er setzt sich sogar für eine Durchbezahlung aller FahrerInnen ein, in dem er wortwörtlich sagt: „Eine Nichtdurchbezahlung der FahrerInnen wären Praktiken, die ich, seit es Fahrtendienste gibt, noch nie so erlebt habe. Nicht mal bei der von Ihnen angesprochenen Firma Haas. Und wie Sie selbst eben festgestellt haben, sind gut ausgebildete FahrerInnen sowie insbesondere die Kontinuität des Fahrpersonals gerade im Transport von Menschen mit Behinderung ein wesentliches Qualitätskriterium.“
    Deshalb lieber anonym/Blaguss, bitte zuerst Lesen, bevor man solche Vorwürfe hier postet! Aber Sie könnten ebenso in diesem Forum Klarheit schaffen und die Frage beantworten, ob Sie Ihre FahrerInnen durchbezahlen oder sie mit 30. Juni arbeitslos melden, wie mir von einigen Ihrer Fahrer erzählt wurde??????

  • Wenn der Hr. Widl die Qualität der Leistung unsere Mitarbeiter in Zweifel stellt, dann müsste er das auch nachweisen da wir sehr viele positive Rückmeldung von unseren Kunden bekommen . Die Qualität der Fahrzeuge ist auf den letzten Stand der Technik und übertrifft wahrscheinlich die der Mitbewerber. Das Hr. Widl sich jetzt stark macht für ein ihm nahe stehendes
    Unternehmen das leider nicht den Zuschlag bekommen hat, kann ich zwar verstehen, finde ich in seiner Position aber nicht korrekt.

  • Fahrtendienste sind unverzichtbar, als Ergänzung, zu allen anderen Einrichtungen, die es für Menschen mit eingeschränkter Mobilität, gibt. Mit Dumpingpreisen anzubieten, nur um ins Geschäft zu kommen hat in diesem sensiblen Bereich nichts verloren. Man kann nur hoffen, dass sich die Auswirkungen aus dieser vermeintlichen Fehlentscheidung für die Betroffenen Menschen nicht zu krass auswirken. Übrigens bin ich auch der Meinung: Lohndumping HEUTE, bedeutet soziale Härte in der ZUKUNFT.

  • Das genau ist ja die Sauerei. Zuerst hat Blaguss jene Fahrtendienste, die seit Jahren qualitativ gute Leistung erbringen und seriös angeboten haben, mit einem Dumpingpreis ausgebotet, um nun mit Hilfe der Verkehrs- und Dienstleistungsgewerkschaft Vida eine Tariferhöhung zu erzwingen.

    Bleibt abzuwarten, ob die vida wenigstens jetzt, wo sie ja Kenntnis davon haben, dass Fahrer ab 1. Juli arbeitslos gemeldet werden sollen, sich für ihre Beitragszahler stark machen???

  • Ich bin nicht der Verteidiger von Herrn Widl – Jedoch die Praktiken der Fa. Blaguss, wo die Fahrer dieser Firma per Schulschluss entlassen werden und im September wieder eingestellt werden sollen sind mehr als skandalös – Und angeblich soll ein führender Gewerkschaftsfunktionär der VIDA auch bei der Fa. Blaguss angestellt sein – so ist diese VIDA Presseaussendung die im Kurier zitiert wird zu erklären – Dies sollte aufgeklärt werden und nicht auf denjenigen hingedroschen werden, der dies mit Zivilcourage aufgezeigt hat…

  • Ich möchte betonen das Herr Widl mit seiner Kritik hier fehl am Platz ist ,er benützt exclusiv ein Fahrtendienstunternehmen um mit seinen Verein Mobil zu sein und scheinbar weil seine bevorzugte Firma bei den Ausschreibungen zu kurz gekommen ist hagelt es Kritik. Es wird sehr gut gearbeitet und sollte es Probleme geben gibt es entsprechende Ansprechpartner.

  • Liebe Freunde aus Tirol: Zur Rush-Hour in Wien möchte ich keinem Schwerstbehinderten Kind die Öffis zumuten. Soweit ich informiert bin, wird auch Assistenz für „Öffis“ zur Verfügung gestellt. Und: Nicht in ganz Wien – vor allem in den Randbezirken – fahren nicht immer barrierefreie Garnituren – Wartezeiten bis zu 45 Minuten…

  • Die Argumentation von Petra Flieger kann ich nur unterstützen! Die Argumentation sollte doch sein, dass es barrierefrei zugängliche öffentliche Verkehrsmittel gibt und auch die normalen Taxis zugänglich gemacht werden. Fahrtendienste müssen zum Auslaufmodell werden. Die Praxis der Umstellung läuft international schon lange (hab das selbst vor einigen Jahren in Calgary/Canada erlebt), wir sollten uns nicht in die falsche Richtung öffentlich engagieren ….

  • Ich bin grundsätzlich eine Kritikerin der Sonderfahrtendienste, v.a. für SchülerInnen. Die Sonderfahrtendienst ermöglichen ja erst, dass Kinder in Sonderschulen oder an spezielle Integrationsstandorte verliefert werden. Ich kenne Beispiele von kleinen Kindern mit Behinderung, die mehr Zeit im Sonderfahrtendienst verbringen als in der Schule. Sonderfahrtendienste stellen ein wesentliches Element aussondernder Schulstrukturen dar. Wenn die herumgekarrten behinderten Kinder dann Erwachsene sind, müssen sie mit viel Aufwand Mobilitäts- und Orientierungstrainings durchlaufen, auch von diesen profitieren v.a. Behinderteneinrichtungen. Daher sollten schon Kinder mit Behinderungen altersentsprechend lernen, öffentliche Verkehrsmittel zu benützen, manche benötigen dafür vielleicht Persönliche Assistenz, dann sollten Ressourcen dorthin fließen anstatt in die Förderung von Busunternehmen. Das Argument, dass Öffis nicht barrierefrei zugänglich sind, trifft in Wien zum Glück schon lange nicht mehr zu, auch in anderen Regionen ist der Öffentliche Personennahverkehr mittlerweile für behinderte Menschen halbwegs gut benutzbar.

  • … geht ja nicht nur um „wien“ ich denke in allen bundesländern hat es das gleiche problem, in kärnten werden die fahrtendienste teilweise von den einrichtungen „selbst“ durchgeführt, jetzt hat es das problem, das diese mit den kosten „NICHT“ zurecht kommen, so soll das vermeintliche „geschäft“ die personenbeförderungsunternehmen machen …. nur ?! …. die können sich ja auch nicht verschenken, wenn der preis für diese fahrten angehoben werden sollte, könnten die einrichtungen diese transporte ja wieder selbst durchführen (wenn es wieder ein geschäft ist/wird) nur diese einrichtungen sollten das machen, für das diese auch da sind – für ihre klienten, mitarbeiter usw. wirken – und nicht personentransporte durchführen …. die art und weise wie die obrigkeit diese transporte ausschreibt ist für mich „LOHNDUMPING“ daraus resultiert „SOZIALDUMPING“