4. Woche 2026 – Behindertenparkplatz in Halbkreisform
Dieser Behindertenparkplatz beim Hotel Stoiser in Bad Loipersdorf in der Steiermark ist wahrlich kurios. Einerseits steht dort eine „Parken verboten“- …
"Aus den Augen, aus dem Sinn?" ist der Titel einer weltweiten Kampagne von amnesty international gegen die systematische Diskriminierung von geistig behinderten Menschen in Bulgarien, die bis Ende April 2003 andauert.
Der Kampagnenname verweist auf die seit Jahrzehnten in Bulgarien praktizierte Verdrängung geistig behinderter Menschen aus der Öffentlichkeit, aus den Augen der Gesellschaft sozusagen, indem die Menschen mit geistigen Behinderungen vorwiegend in Einrichtungen untergebracht werden, die an abgelegenen Orten, teils in unwegsamen Bergregionen liegen, wo es weder geeignete Infrastruktur noch geschultes, professionelles Personal gibt.
Die gesellschaftliche Isolation basiert zu einem Gutteil auf einer tradierten Ignoranz gegenüber den Problemen und Bedürfnissen behinderter Menschen. So ist es in Bulgarien durchaus üblich, daß geistig behinderte Menschen unmittelbar nach ihrer Geburt – häufig für ihr ganzes Leben – von ihrer Familie in eine Anstalt abgeschoben werden.
Im Fahrwasser dieser Abschiebung aus dem öffentlichen Raum und Bewußtsein schwimmen all jene katastrophalen Bedingungen, die in den bulgarischen Fürsorgeheimen und psychiatrischen Spitälern herrschen. In einem Bericht hat amnesty international die gröbsten Missstände dokumentiert und die Ergebnisse der Recherche lassen nur einen Schluß zu: in Bulgarien werden HeimbewohnerInnen mit geistigen Behinderungen – nicht selten Fehldiagnosen, die nie revidiert werden – Opfer schwerwiegender Menschenrechtsverletzungen; sie werden willkürlich inhaftiert und grausamer, unmenschlicher und erniedrigender Behandlung ausgesetzt.
In psychiatrischen Spitälern wird Gewalt exzessiv angewendet. Die zur Anwendung kommenden Ruhigstellungs- und Isolationsmethoden und die Verfahrensregeln für Zwangseinweisungen sprechen internationalen Standards Hohn. Die Situation in Fürsorgeheimen für geistig behinderte Kinder ist dergestalt schrecklich, daß immer wieder Todesfälle aufgrund von Unterkühlung und Unterernährung zu beklagen sind.
Die grundlegenden Lebensbedürfnisse wie Kleidung, Nahrung, Heizung etc. werden nur unzureichend befriedigt. Therapie- und Rehabilitationsmöglichkeiten fehlen bisweilen zur Gänze, was den Kindern jede Zukunft raubt. Viele Kinder wurden nur wegen Entwicklungsstörungen, andere aus nicht näher definierten „sozialen Gründen“ eingeliefert. Es gibt sogar Fälle, in denen Kindern schwerste Behinderungen zugeschrieben wurden, nur um in den Genuß höherer staatlicher Förderungen zu gelangen.
Die Vernachlässigung der Kinder durch das Betreuungspersonal ist unvorstellbar. So hat ein Mädchen mit Down-Syndrom aus Mangel an Zuwendung und Aufmerksamkeit den Holzrahmen ihres Bettes durchbissen. Die Lage in den Heimen für geistig behinderte Erwachsene ist um nichts besser. InsassInnen werden geschlagen, in Käfigen und Gitterverschlägen eingesperrt, müssen auf rostigen Gestellen ohne Matratzen schlafen, aus Kübeln oder im Stehen essen und barfuß zuerst durch Schnee, dann durch Fäkalien waten, um zu den verstopften Erdlöchern, die man „Toilettenanlagen“ nennt, zu gelangen. Letztlich wurden zu Tode Verwahrloste ohne gerichtliche Untersuchung in einem nicht namentlich gekennzeichneten Grab verscharrt.
Im erwähnten Bericht, der übrigens als pdf-Datei auf der Homepage der österreichischen Sektion von amnesty international als Download zur Verfügung steht, wird einleitend ein Bewohner eines Heimes mit den Worten zitiert: „Dieser Ort ist für menschliche Lebewesen nicht geeignet. Er sollte geschlossen werden. Die Menschen sterben hier.“
Eine ganz normale Feststellung und Forderung angesichts der geschilderten abnormalen Zustände.
Barrierefreiheit sichtbar gemacht: Jede Woche ein Bild, das Erfolge feiert oder Hürden aufzeigt.
Dieser Behindertenparkplatz beim Hotel Stoiser in Bad Loipersdorf in der Steiermark ist wahrlich kurios. Einerseits steht dort eine „Parken verboten“- …