Bericht: Veranstaltung „Lösungen für akustische Signalanlagen“

Am 18. Jänner 2017 hat die Magistratsabteilung 33 (MA 33) in Wien viele Organisationen eingeladen, um das Thema akustische Ampeln zu diskutieren. Auslöser für die Veranstaltung war vermutlich die Presseaussendung "Weg mit Euro-Key und Chip bei akustischen Ampeln" des Blinden- und Sehbehindertenverband Österreich (BSVÖ).

Im Vordegrund eine akustische Ampel mit erhabenem taktilen Bild und der Schrift warten. Dahinter ein Auto.
BIZEPS

Zu dieser Veranstaltung kamen leider fast nur Organisationen von Menschen mit Sehbeeinträchtigungen und BIZEPS.

Aktuelle Situation

Mehr als 60 % der Ampeln in Wien haben bereits Zusatzeinrichtungen für blinde und sehbehinderte Menschen.

Die Stadt Wien ist nun aber dazu übergegangen, akustische Ampeln zu errichten, die nur mit einem speziellen Chip oder dem Euroschlüssel bedienbar sind. Laut MA 33 aufgrund der zahlreichen Beschwerden von Anrainerinnen und Anrainern über die Ampeln durch häufige Auslösungen von Personen, die die akustischen Ampeln gar nicht benötigen.

Das Komitee für die Mobilität sehbeeinträchtigter Menschen (KMS), ein Zusammenschluss von drei Blinden- und Sehbehindertenorganisationen, sieht diese Entwicklung sehr kritisch, weil dadurch die barrierefreie Teilnahme sehbehinderter Menschen am öffentlichen Leben gefährdet ist. Sollte man keinen solchen Schlüssel besitzen oder gerade nicht dabei haben, kann man nicht mehr gefahrlos eine Straße überqueren.

Stimmung bei der Veranstaltung

Markus Ladstätter (BIZEPS) war bei der Veranstaltung dabei und schildert seinen Eindruck: „Obwohl die Stadt Wien betonte, es ist eine offene Diskussion, um Lösungen zu finden, hatte ich das Gefühl, die MA 33 hat bereits eine vorgefasste Meinung und will sich nur noch das OK der Blindenverbände holen.“

Die Blindenorganisationen waren mit vielen Expertinnen und Experten zu dem Thema vor Ort sowie auch einige Obleute der Vereine. Man hat gesehen, es ist ein wichtiges Thema. Für sie war es inakzeptabel, einer derart ausschließenden Variante der akustischen Ampeln zuzustimmen.

Markus Ladstätter weiter: „Ich habe als Außenstehender beim Thema akustische Ampeln aufgezeigt, dass es ein wichtiges Thema zur Inklusion ist und sich auch nicht nur Organisationen von blinden und sehschwachen Menschen für das Thema interessieren“.

Fazit

Es gab einen Kompromissvorschlag: Man könnte eine Verzögerung von 5 Sekunden in die Aktivierung einbauen, um die Zahl der Fehlauslösungen zu minimieren.

Im März 2017 gibt es ein weiteres Treffen, bei dem Lösungen getestet werden sollen.

BIZEPS schließt sich der Forderung des BSVÖ und der anderen Organisationen an, dass Ampeln für alle Menschen eigenständig und ohne technische Hilfsmittel bedienbar bleiben müssen!

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