LILO um mehr Barrierefreiheit bemüht

Um mehr Barrierefreiheit bemüht ist man bei der Linzer Lokalbahn (LILO) und lud Verteterinnen und Vertreter unterschiedlicher Behindertenorganisationen am 13. Juni 2005 zur Besichtigung neuer Gelenktriebwagen.

Rampe in die LILO
Glaser, Mag. Wolfgang

Teilgenommen an dieser Besichtigung haben der Generalsekretär der Österreichischen Arbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (ÖAR), Eduard Riha, Klaudia Karoliny von der Selbstbestimmt-Leben-Initiative Linz (SLI-Linz) und Mag. Wolfgang Glaser von der Miteinander GmbH. Als Vertreter der Linzer Lokalbahn war der Stellvertretende Betriebsleiter der Stern & Hafferl Verkehrsgesellschaft m.b.H., Ing. Josef Berger anwesend.

Den Impuls dazu, dass sich die Verantwortlichen der LILO mit kompetenten Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen von Behindertenorganisationen über Verbesserungen zur Barrierefreiheit austauschen, haben Brigitte Moosbrugger und Andrea Fröschl von der SLI-Linz gegeben, die 2003, bei einer Reise zur OÖ Landessausstellung „Wert des Lebens“ nach Hartheim, die neuen Niederflurwaggons der LILO erstmals testeten. Die Strecke, die mit der LILO befahrbar ist umfasst Linz – Eferding – Waizenkirchen – Peuerbach – Neumarkt.

Die neuen Waggons der LILO sind grundsätzlich mit den Niederflurwagen der ÖBB-Fahrzeuge „Talent“ und „Desiro“ vergleichbar. Die Höhendifferenz von der Schienenoberkante bis zur Fußbodenoberkante beträgt 585 mm. Der Einstieg ist mit ca. 1500 mm Breite großzügig und die Einstiegsfläche dahinter unverstellt und gut benutzbar.

Die Stellplätze für Rollstuhlfahrer befinden sich auf der Ebene des Einstiegsbereichs, desgleichen die Sanitärzelle. Das WC ist bauartgleich mit jenen im „Talent“ und „Desiro“ und für die meisten Rollstuhlfahrer nicht benutzbar. „Das WC ist daher nicht als barrierefrei zu bewerten und entspricht auch nicht den Anforderungen des UIC-Kodex 565-3“, erklärt Eduard Riha von der ÖAR in einer schriftlichen Stellungnahme.

„Kann das vorhandene WC nicht durch ein barrierefreies WC ersetzt werden, sollte es, im Sinne der Chancengleichheit, außer Betrieb gesetzt werden. Dies ist eine Vorgangsweise die zumutbar ist, denn schließlich werden diese Fahrzeuge nur im Nahverkehr eingesetzt“, waren sich Glaser, Riha und Karoliny bei der Besichtigung einig.

„Positiv zu bewerten ist allerdings die Anordnung der Rollstuhlplätze. Müssen Rollstuhlfahrer beim „Talent“ beispielsweise eine Engstelle passieren – die an einer Seite durch Klappsitze und an der anderen vom WC begrenzt wird – um zu den Rollstuhlplätzen zu gelangen, stellt sich die Situation in der LILO insofern hindernisfreier und funktioneller dar, als die Stellplätze im Anschluss an die Einstiegsfläche angeordnet sind und sich das WC randständig im hintersten Bereich dieser zusammenhängenden Fläche befindet“, stellte Eduard Riha von der ÖAR in einer schriftlichen Stellungnahme nach der Besichtigung fest.

Wie die meisten Haltestellen der LILO, weist der Bahnhof der Linzer Lokalbahn in der Coulinstraße, der sich seit 1911 kaum verändert hat, einen Erdbahnsteig auf. Die Einbindung der Lokalbahn in den modernen Linzer Hauptbahnhof soll allerdings noch im November dieses Jahres erfolgen.

Als Einstiegshilfe in die Linzer Lokalbahn wird zur Zeit noch eine etwa 2,5 Meter lange Rampe eingesetzt. Diese Rampe ist für Rollstuhlfahrer und Rollstuhlfahrerinnen jedoch nur mit fremder Hilfe zu bewältigen.

Bei normalen Bahnsteigen ist die Einstiegssituation noch ungünstiger zu bewerten, da in der Regel die Breite der Bahnsteige für eine so lange Rampe gar nicht ausreicht. Als sinnvolle Alternative zu dieser langen Rampe schlägt Riha daher die Verwendung fahrzeuggebundene Hebelifte vor: „Diese kosten nicht nur weniger als eine entsprechende Erhöhung der vorhandenen Bahnsteige, sondern wären als mögliche Lösung auch rascher umsetzbar und gewährleisten, dass an allen Stationen den Menschen mit Behinderung der gefahr- und mühelose Ein- und Ausstieg ermöglicht wird“, so Riha.

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0 Kommentare

  • Die LILO bemüht sich wenigstens. Es ist nicht leicht, am Markt geeignete WC-Zellen zu finden. Die Zustimmung des BMVIT zur behindertenfeindlichen ÖBB-Lösung beim Un-Talent macht es nicht leichter, zu guten WC-Zellen zu kommen.

  • „Borniert“ sind eher Sie mit Ihrer „Hauptsache, die Normalos haben alles was sie brauchen und die Krüppeln soll nicht lästig sein“-Attitüde. Und warum trauen sie sich eigentlich nicht mit Namen zu posten?

  • Das WC muss offen bleiben – es gibt ja auch Ältere oder Eltern mit kleinen Kindern, die das auch im Nahverkehr brauchen werden (sonst wird´s sehr unhygienisch). Was für eine bornierte Argmentation: „Wenn wir kein WC haben, soll niemand eins haben“, und das im Namen der Chancengleichheit! Denkt ein bisserl nach, wo ihr doch immer auf Mitmenschlichkeit und Toleranz Wert legt …