Weltmuseum denkmalgeschützt und Zugang trotzdem barrierefrei

Das Weltmuseum Wien zeigt, wie es möglich ist, den Zugang zu einem Gebäude so zu gestalten, dass Denkmalschutz und Barrierefreiheit vereinbar sind.

Rechts sind 3 Stufen, davor ist ein Platz mit einer Metallstele und am Boden erkennt man eine rechteckige Fläche die in den Boden eingelassen ist.
BIZEPS

Oft wird der Denkmalschutz als Argument angeführt, etwas nicht barrierefrei gestalten zu können. Wie schwierig die Zugänglichkeit bei öffentlichen Gebäuden – zum Beispiel Museen – ist, zeigte ein Test des Behindertenanwalts Hansjörg Hofer.

Damals wurde unter anderem das Kunsthistorische Museum auf seine Zugänglichkeit getestet. Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer können dieses nicht durch den Vordereingang betreten. Dass es elegante Lösungen gibt, um Barrierefreiheit und Denkmalschutz zu vereinbaren, zeigt der Zugang zum Weltmuseum.

Denkmalschutz und Barrierefreiheit sind sehr wohl vereinbar

Am Zugang zum Weltmuseum sieht man, dass es sehr wohl möglich ist, etwas barrierefrei zu gestalten, ohne dabei die historische Erscheinung des Gebäudes zu zerstören. Ein Plattformlift dient zur Überwindung der drei Stufen bis zum Eingang.

Unser YouTube Video zeigt die Funktionsweise des kaum sichtbaren Liftes. Er ist in den Boden eingelassen. Die Plattform kann selbstständig bedient werden. Für die Betätigung mit dem Euroschlüssel gibt es eine entsprechend gekennzeichnete Säule.

Der Plattformlift fährt aus dem Boden, die Plattform schiebt sich nach vor, die Stufen am Eingang können überwunden werden. Genau nach demselben Prinzip funktioniert es, wenn man wieder rausfahren möchte. Auch im Inneren des Gebäudes gibt es eine Säule zum Rufen des Plattformliftes.

Siehe auch: Barrierefrei ins Weltmuseum Wien

Video

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5 Kommentare

  • Ja, der Zugang zum Museum ist wirklich hervorragend gelöst – aber: in der Aula geht es links zum Vortragssaal. Die dort vorgesehene Rampe muss aus fadenscheinigen Gründen immer wieder agbebaut werden, angeblich aus Sicherheitsgründen, was nicht glaubwürdig ist, da sie rechts vom Stiegenaufgang angebracht wird. Im Alarmfall würden aber sicherlich alle Besucher nach links, also Richtung Ausgang, das Haus verlassen.
    Liebes BIZEPS-Team, vielleicht könnt ihr da noch i n t e n s i e v nachbohren ?!?!

  • danke für den informativen beitrag! ich habe den versenkbaren lift auch schon benutzt. man sollte das video allen zeigen, die sich auf den denkmalschutz berufen, weil sie nicht barrierefrei bauen wollen. weiß man, wie teuer die lösung war und wer die anlage hergestellt hat?

    • Nein, das ist mir nicht bekannt. Kreative Möglichkeiten sind aber möglich, wenn man nur möchte!

    • Sehr geehrter Herr Riess,

      Im Zuge der Sanierung und Neugestaltung des Weltmuseum Wien wurde der barrierefreie Hublift von Hoskins Architekten aus Berlin geplant und realisiert.
      Um solch‘ einen Hublift so passend in den denkmalgeschützten Bestand zu integrieren braucht es aber auch die konstruktive Zusammenarbeit von vielen Planungsbeteiligten und ein Bauherren, der das Vorhaben aktiv unterstützt. Das kunsthistorischen Museums Verband und dem Weltmuseum Wien waren proaktiv an der Realisierung beteiligt. Auch vom Bundesdenkmalamt und der Burghauptmannschaft Österreich wurde das Vorhaben im besten Sinne begleitet und unterstützt. Jeder Beteiligte hat seine Expertise eingebracht und unterstützt. Das reichte von Themen wie Nutzersicherheit und Zugänglichkeit über Wartungsfreundlichkeit, Reperturanfälligkeit, Reinigungsthematiken bis hin zu Sichtbarkeit, Rückbaubarkeit und den Eingriff in den historischen Bestand. Komplexe Anforderungen die es zu berücksichtigen, abzuwägen und einzuarbeiten galt.
      Neben der Planung waren in der Umsetzung eine Vielzahl von Gewerken beteiligt. Es gab also nicht nur die eine Firma die den Lift umgesetzt hat. Die Firma Klik Bühnensysteme aus Traiskirchen hat den Hublift als Sonderkonstruktion konzipiert und ausgeführt. Die Rohbau- und Asphaltarbeiten führte Firma Mörtinger Bau aus Wien aus, die Elektroarbeiten übernahm Firma EAG, die Automatisierung und Umarbeitungcder historischen Türen, welche für den Zugang unerlässlich sind, lag bei der Tischlerei Herbert Reichmann aus Aspang.
      Die Baukosten für so einen Lift hängen stark von den jeweiligen Anforderungen und der konkreten baulichen Situation ab und da die involvierten Firmen ja auch eine Vielzahl anderer Bauaufgaben und Elemente im Projekt realisieren ist eine Rückrechnung konkret auf den Hublift schwierig. Die Firmen kalkulieren ja auch ganzheitlich. Man liegt aber nicht falsch, wenn man für den Hublift in dieser Ausführung eine hohe 5 stellige Summe annimmt.