OÖ: Start der Corona-Schutzimpfungen für Menschen mit Beeinträchtigung

Am Freitag, 5. März, wird in Oberösterreich mit den Corona-Schutzimpfungen für Menschen mit Beeinträchtigung und den Mitarbeiter*innen in den Einrichtungen begonnen.

Ortschild mit Aufdruck Oberösterreich
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Dazu Mag. Gerhard Scheinast, Geschäftsführer der Lebenshilfe Oberösterreich: „Wir freuen uns, dass es nun endlich losgeht – appellieren aber gleichzeitig an die Politik, auch schnellstmöglich den betreuenden Angehörigen die Möglichkeit für eine Impfung zu geben.“

Am 5. März 2021 beginnen in Oberösterreich die Impfungen für Menschen mit Beeinträchtigung, die ein Angebot nach dem Chancengleichheitsgesetz in Anspruch nehmen sowie Mitarbeiter*innen die diese Menschen begleiten und unterstützen. „Wir freuen uns, dass es nun endlich losgeht“, sagt Mag. Gerhard Scheinast, Geschäftsführer der Lebenshilfe Oberösterreich.

Alle Mitarbeiter*innen, die in der Begleitung und Betreuung bei der Lebenshilfe Oberösterreich arbeiten und alle Menschen mit Beeinträchtigung, die in einer vollbetreuten Wohneinrichtung leben, haben die Möglichkeit sich gegen Covid19 impfen zu lassen. Daneben konnten sich je nach Verfügbarkeit der Impfdosen ein Großteil der Menschen mit Beeinträchtigung, die zu Hause wohnen und in eine Werkstätte gehen, sowie Menschen mit Beeinträchtigung, die teilbetreut wohnen, für die Coronaschutzimpfung anmelden.

Betreuende Angehörige bei Impfplan vorreihen

„Alle Menschen mit Beeinträchtigung, die jetzt noch warten müssen, sollten ebenfalls so schnell als möglich die Chance für die Impfung bekommen. Daneben fordern wir dringend die Vorreihung der betreuenden Angehörigen im Impfplan“, spricht Präsidentin Helga Scheidl eine wichtige Gruppe an, auf die in der Planung scheinbar vergessen wurde.

„Wir bekommen täglich Anrufe von verzweifelten Angehörigen, die jetzt mit der ständigen Angst leben, selbst an Covid19 zu erkranken und dann für die Betreuung auszufallen.“ Für Wohnplätze für Menschen mit Beeinträchtigung gibt es noch immer lange Wartelisten und daher sind entsprechend viele Angehörige gezwungen, die Menschen mit Beeinträchtigung – meist ihre erwachsenen Kinder – zu Hause zu begleiten und unterstützen.

Die Begleitung und Unterstützung von Menschen mit Beeinträchtigung ist eine große Herausforderung und mit der Corona-Pandemie ist eine weitere Erschwernis dazu gekommen. „Entsprechend wichtig ist es jetzt, das rasch gehandelt wird und pflegende Angehörige den 24-Stunden-Pfleger*innen und persönlichen Assistent*innen gleichgesetzt werden und diese Gruppe sich ebenfalls noch in der Phase 1 impfen lassen kann.“

Die Impfungen für den Behindertenbereich werden in eigens eingerichteten Impfzentren durchgeführt. Die Zentren werden von den unterschiedlichen Trägern der Behindertenarbeit organisiert, die Lebenshilfe Oberösterreich ist für die Bezirke Perg und Vöcklabruck zuständig. Die Impfstraßen werden in den Werkstätten in den Bezirkshauptstädten organisiert, es wird Freitagvormittag in Vöcklabruck und Perg gestartet.

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3 Kommentare

  • Ich komme immer auf die landeshompage, da kann man nicht eintragen wieviel Behinderung (ich 60%), das man ein Risikopatien ist.
    Michael

  • Auch wir von der PG „Bestimmt Selbstbestimmt!“ haben uns vor geraumer Zeit wegen der Anmeldung zur Impfung an verschiedene Stellen des Landes gewandt. Bekrittelt haben wir u.a., dass mann/frau sich nur registrieren kann und nicht einmal anmelden. Natürlich konnte mann/frau keinen Hinweis abgeben, dass es sich um einen Menschen mit Behinderung handelt, geschweige denn AssistentInnen bzw. pflegende Angehörige anführen, die dringend mit-geimpft werden müssen.
    Menschen mit Behinderung werden anscheinend nur in Einrichtungen gesehen, mit dem dort tätigen Personal. Das muss sich dringend ändern und in den Impfplan – auch der Bundesländer – miteinfließen, so wie es in Wien der Fall zu sein scheint!

  • Meine Bemühungen, als Mensch mit einer Behinderung in Oberösterreich, der seit jeher versucht, selbstbestimmt und mit Assistenz im familiären Bereich zu leben, entsprechend dem Impfplan des Sozialministeriums geimpft zu werden oder wenigstens eine verbindliche Information zu erhalten, sind heute endgültig gescheitert. Über soviel Unverständnis und Ignoranz für eine schwierige Lebenssituation wie seitens der oberösterreichischen Corona-Impfverantwortlichen kann man sich nur wundern. Danke, an die Lebenshilfe, die dieses Unverständnis zum Thema gemacht hat.