Rumänien: Lage von behinderten Menschen muss sich deutlich verbessern

Seit Jahren wird Rumänien für die Zustände in seinen Behindertenheimen kritisiert - grundlegende Änderungen sind noch immer nicht erfolgt.

Flagge Rumänien
BIZEPS

Schon vor dem Beitritt von EU-Beitritt von Rumänien forderte die EU-Kommission Verbesserung für behinderte Menschen insbesondere wegen der katastrophalen Heime im Land.

Nun tauchte wieder eine Reihe von Berichten auf, die eindrücklich auf die triste Situation des neuen EU-Mitgliedes (Rumänien ist seit 2007 Mitglied der EU) hinweisen. Siehe auch eine Untersuchungder Agentur der Europäischen Union für Grundrechte aus dem Jahr 2012

Einrichtungen unmenschlich und erniedrigend

Der Menschenrechtskommissar des Europarats, Nils Muiznieks, äußerte sich nach einem Besuch in Rumäniensehr beunruhigt„.

Behinderte Menschen würden in Einrichtungen unmenschlich und erniedrigend behandelt, ist den Berichten zu entnehmen. Sie vom Rest der Bevölkerung zu isolieren, führe zwangsläufig zur Verschlechterung ihres Gesundheitszustands und zu ihrer weiteren „Stigmatisierung und Marginalisierung“.

Der Kommissar verwies dabei insbesondere auf den Fall der Einrichtung von Tancabesti bei Bukarest, in der rund 50 behinderte Kinder und Jugendliche leben. Auch Rumänien hat die UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen ratifiziert – wie übrigens auch die EU – und muss sie umsetzen.

EU finanziert die Aussonderung mit

Eine 25-minütige Dokumentation mit dem Titel „Europas versteckte Schande“ zeigt eindrucksvoll das Ausmaß der Übergriffe und Menschenrechtsverletzungen in Institutionen in Rumänien.

Szenen in dem Video wurden teilweise mit versteckter Kamera gefilmt und die Dokumentation enthält auch Interviews mit rumänischen Beamten und EU-Verantwortlichen, denen man die Erkenntnisse darlegt. So wird unter anderem der dafür zuständige EU-Kommissar Johannes Hahn mit dem Umstand konfrontiert, dass 50 dieser Institutionen auch EU-Gelder bekommen haben.

Im Interview sagte Hahn schlussendlich – nach ein paar flapsigen Bemerkungen – zu, sich der Sache anzunehmen. Laut Dokumentation ließ EU-Kommissar Hahn der Sache nachgehen und es wurden Überprüfungen gestartet und bekannt gegeben, dass in Zukunft EU-Mittel in selbstbestimmte Lebensführung statt in die Renovierung von Heimen fließen sollen.

Ob diese Ankündigung in der Praxis auch wirklich umgesetzt wird, wird man erst in Zukunft feststellen können.

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0 Kommentare

  • Bei allem Autonomieverständnis und den unterschiedlichen Standards der Länder, aber sowas darf schlichtweg nicht geduldet werden, dass (behinderte) Menschen misshandelt und derart ihrer Rechte beraubt werden!
    Die verantwortlichen PolitikerInnen müssten dafür zur Rechenschaft gezogen werden, aber da schaut man ja großzügig darüber hinweg. Es sind ja „nur“ Menschen mit Behinderungen…

  • Dieses Video ist erschütternd. Geld der EU fließt in Heime, wo die BewohnerInnen geschlagen, medikamentös stillgelegt und angebunden werden. Die Reaktion von Johannes Hahn ist beschämend („Rom wurde auch nicht an einem Tag erbaut.“). Hoffentlich hält er das Versprechen, den Missständen in rumänischen Heimen nachzugehen!

  • Zum Glück herrschen bei uns ganz andere Zustände. Da können wir uns ganz sicher sein, denn uns liegen Statistiken vor.

  • Entschuldigung, wenn ich meine Meinung so niederschreibe, aber, wenn ich den Bericht oben durchlese kommt es mir so vor als wäre der Hitler wieder da. Der hat ja dafür gesorgt, das die Menschen mit Beeinträchtigung von der Bildfläche verschwinden und das darf und soll nicht wieder passieren.