Einheitliche Standards und zentrale Plattform für den Erfolg des EU-Behindertenausweises gefordert 

Eine EU-Initiative zur Verbesserung des städtischen Lebens für Menschen mit Behinderungen steht vor Herausforderungen, da Dienstleistungen und Vorteile je nach Ort unterschiedlich sind.

European Disabilty Card
Europäische Kommission

Der Europäische Behindertenausweis (EU disability card) sollte die gegenseitige Anerkennung des Behindertenstatus in acht EU-Ländern ermöglichen und Inhaber:innen den Zugang zu verschiedenen Vorteilen wie kostenlosen öffentlichen Verkehrsmitteln, freien Eintrittskarten zu Kulturveranstaltungen und Rabatten für Fitnessstudios und Schwimmbäder ermöglichen.

Aktivist:innen und Menschen mit Behinderungen sind jedoch der Meinung, dass das System vor einer Ausweitung auf die gesamte EU dringend überarbeitet werden muss, berichtet die Onlineplattform POLITICO am 6. Juli 2023 in einen Beitrag.

Yannis Vardakastanis, Präsident des Europäischen Behindertenforums (EDF), kritisiert, dass die Pilotprojekte des Behindertenausweises nicht weitreichend genug waren und wichtige Bereiche und Dienstleistungen nicht abgedeckt haben. Viele Orte und Anbieter seien nicht ausreichend informiert gewesen, was die Wirksamkeit des Ausweises beeinträchtigt habe.

Nadia Hadad, Co-Vorsitzende des European Network on Independent Living (ENIL), erklärt, dass die Nutzbarkeit des Ausweises in Belgien von Region zu Region unterschiedlich sei. Die Vorteile hängen von den öffentlichen und privaten Einrichtungen ab, die sich dafür entscheiden, am Programm teilzunehmen. Zudem gibt es keine zentrale Plattform mit Informationen darüber, welche Leistungen und Vorteile in verschiedenen Städten und Regionen verfügbar sind. Dies erschwert insbesondere bei Reisen die Planung von Aktivitäten.

Ein EU-weiter Behindertenausweis sollte auch gemeinsame „Mindeststandards“ für Organisationen und Unternehmen festlegen, die Vorteile für Karteninhaber:innen mit Behinderungen anbieten. Die Europäische Kommission plant, bis Ende 2023 einen Vorschlag für einen EU-weiten Behindertenausweis vorzulegen.

Die endgültige Entscheidung über die Bewertung und Anerkennung des Behindertenstatus sowie über die Vorteile, die mit der Karte gewährt werden, liegt jedoch bei den nationalen Regierungen. Der Ausweis muss weiterentwickelt werden, um die gleichen Rechte für EU-Bürger:innen zu unterstützen, wenn sie im Ausland leben, studieren und arbeiten möchten. 

Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich
Hier beginnt der Werbebereich Hier endet der Werbebereich

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist abgeschalten.

2 Kommentare

  • Es ist an der Zeit, daß die EU zunächst einfach einen EU weit anerkannten Behindertenausweis/Card festlegt. Wie die einzelnen Länder ihre Bestimmungen anpassen werden/ können
    , ist wirklich zweitrangig und muss nicht im Vorfeld mit behandelt werden.

  • Es wäre wirklich nötig, diesen EU-Behindertenausweis auszuweiten.
    Auch sollte innerhalb Österreich eine einheitliche Regelung bei manchen Leistungen überarbeitet werden (z.B. in manchen Bundesländern bezahlt man, aufgrund der Behinderung, keine Tourismusabgabe.). Leider nicht in jedem Bundesland gleich.